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„Vorgeſtern,“ antwortete Dagobert. „Die Lundluft thut ihr wohl. Sie hütet das Pfarrhaus Gabriels.“
In dieſem Augenblick gingen die zwei Flügel der Saalthür auf und nach einer achtungsvollen Verbeugung trat die Fürſtin von St. Dizier ein. Sie hatte in der Hand einen roth⸗ ſammtnen Beutel, wie ihn die Almoſenſammlerinnen in den Kirchen führen.
Viertes Kapitel. Die milde Gabe.
Die Fürſtin von St. Dizier wußte, wie früher geſagt, im Nothfall die liebreichſte Maske anzunehmen. Von ihren Ga⸗ lanterien in der Jugend waren ihr einſchmeichelnde Manieren geblieben, die ſie zum Gelingen ihrer frommen Intriguen benutzte, wie früher für ihre verliebten Intriguen. Ein über⸗ aus vornehmes Ausſehen, zuweilen gemäßigt durch den von Herzlichkeit, verband ſich mit jenen Manieren. Als ſie im Hauſe des Marſchalls erſchien, verbarg eine ſtark zu⸗ ſammen gez e Schnürbruſt ihre allzuvolle Taille, ſo daß
ſie ſich in ihrem Kleid von grauem Mohr gar nicht übel
ausnahm. Eine ſchwarzſammetne Schweifkappe und reiche blonde Locken umgaben ihr noch ganz angenehmes fettes Geſicht mit dreifachem Kinn, dem ein angenehmer Blick und ein huldreiches Lächeln den Ausdruck des liebenswürdigſten Wohlwollens gaben.
Dagobert trotz ſeiner üblen Laune und die beiden Schwe⸗ ſtern trotz ihrer Schüchternheit fühlten ſich gleich von vorn herein zu Gunſten der unbekannten Dame eingenommen. Die Fürſtin ging auf die Mädchen zu, machte ihnen eine zier⸗ liche halbe Verbeugung und ſagte mit ihrer eindringlichen Stimme! „Ich habe die Ehre, mit den Fräulein von Ligny zu ſprechen?“ .
Roſa und Blanca, nicht gewohnt, ſich mit dem Ehren namen ihres Vaters nennen zu hören, errötheten und ſal
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