— 24 — Sie hören. Ich merke, daß ich mich wacker halten muß,
denn Sie wollen etwas, was ſchwer von mir zu erlangen iſt.“
„Höre,“ begann Roſa, „du biſt ſo brav, ſo gut, ſo ge⸗ recht, du lobſt uns zuweilen, daß wir herzhaft ſind wie Soldatentöchter — —“
„Zur Sache! zur Sache!“ rief Dagobert, beunruhigt durch dieſe Einleitung.
Roſa wollte weiter reden, da klopfte es an der Thür. „Wer iſt da?“ rief Dagobert.
„Ich, Juſtin,“ antwortete eine Stimme.
„Herein!“ rief Dagobert, und als die Thür aufging, fragte er: „Was gibts?“
„Herr Baudoin,“ antwortete der Diener, „unten iſt eine Dame in einem Wagen. Sie hat einen Bedienten ins Haus geſchickt und fragen laſſen, ob der Herr Herzog und die Fräu⸗ lein zu ſpechen wären. Man hat ihr geantwortet, der Herr Herzog ſei nicht da, aber die Fräulein. Sie hat dann be⸗ gehrt, ſte zu ſprechen; es ſei wegen einer milden Gabe.“
„Haben Sie die Dame geſehen? Hat ſie ihren Namen geſagt?“
„Nein,“ antwortete Juſtin, „aber es ſcheint eine vornehme Dame zu ſein. Ein prächtiger Wagen, Bediente in gro⸗ ßer Livree.“ g.
„Die Dame kommt wegen einer milden Gabe,“ ſagte Roſa zu Dagabert. „Ich denke, wir können ſie nicht abweiſen.“
„Was meinſt du, Dagobert 2“ fragte Blanca.
„Eine Dame? Meinetwegen. Das iſt etwas anders als
der alte Herenmeiſter vorhin. Zudem gehe ich nicht von
Sher Seite Juſtin laß die Dame heraufkommen.“
Der Diener ging weg. „Wie?“ fragte Roſa, „mißtrauſt du auch dieſer unbekannten Dame?“
„Hören Sie zu,“ antwortete Dagobert. „Ich hatte durch⸗ aus keinen Grund, meiner braven Frau zu mißtrauen. Und doch hat ſie euch den Schwarzkitteln in die Hände geliefert, ihrem ſchuftigen Beichtvater zu Gefallen.“ Frau!“ ſagte Roſa. „Und doch hatte ſie 6 ie ſt du kürzlich Nachrichten von ihr erhalten?“ fragte


