Teil eines Werkes 
10. Band (1844)
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„Aber was hat er denn fuür Nachrichten von unſerm Va⸗ ter?“ fragte Blanca.

„Der alte Spitzbube hat mir geſagt, einer ſeiner Freunde kenne Ihren Vater und ſei ihm 25 Stunden von hier be⸗ gegnet. Ihm habe der Marſchall aufgetragen, Ihnen zu ſagen oder ſagen zu laſſen, er befinde ſich wohl und hoffe, Sie bald wiederzuſehen.“

„Welche Freude!“ rief Roſa.

„Siehſt du,“ ſagte Blanca, „wie Unrecht du hatteſt, den armen alten Mann zu beargwohnen und ſo grob zu be⸗ handeln.“

„Möglich; aber ich bereue es nicht.“

„Warum?“ fragte Blanca.

„Ich habe meine Gründe. Einer der beſten iſt der, daß es mir durch Mark und Bein gegangen iſt, als ich ihn um Sie herumſchleichen ſah. Der Anblick einer Schlange, die gegen Sie herankäme, hätte mir kein größeres Grauen ein⸗ flößen können. Freilich hätte er in meiner Gegenwart Ihnen nichts thun können, und dennoch mußte ich mich zuſammen⸗ nehmen, um ihn — trotz den Dienſten, die er uns geleiſtet hat — nicht zum Fenſter hinauszuwerfen. Das wäre eine unnstürliche Art, Dankbarkeit zu beweiſen. Einem Menſchen der ſolche Gedanken einflößt, iſt nicht zu trauen.“ .

„Guter Dagobert,“ ſagte Roſa in einſchmeichelndem Ton, deine Liebe zu uns macht dich ſo argwöhniſch.“

„Ja, das iſt ein Beneis, wie gern du uns haſt,“ ſagte Blanca mit einem Blick des Einverſtändniſſes auf ihre Schwe⸗ ſter, als ob beide ein in Abweſenheit des Soldaten geſchmie⸗ detes Complott ausführen wollten.

Dagobert, der ſeinen argwöhniſchen Tag hatte, betrachtete eine um die andere, ſchüttelte den Kopf und erwiderte: „Hm! hm! Sie reden ſo honigſüß zu mir — — Sie haben gewiß etwas von mir zu verlangen.“

„Ja,“ ſagte Roſa. „Du weißt, wir lügen nicht.“

„Sieh, Dagobert,“ fügte Blanca hinzu, „du ſollſt nur ge⸗ recht ſein.“ Und jede von beiden legte ihre verſchlungenen Hind

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