Teil eines Werkes 
10. Band (1844)
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„Ich verſtehe,“ ſagte Rodin, ſeinen Verdruß über die ge⸗ täuſchte Hoffnung, den Soldaten zu betölpeln, verbergend. „Das iſt etwas unwillkürliches. Indeß bedenken Sie, welche Abſicht könnte ich haben, Sie zu täuſchen? Und worüber ſollt' ich Sie täuſchen?“

„Sie haben irgend eine Abſicht dabei, daß Sie hartnäckig hier bleiben, während ich Ihnen ſage, Sie ſollten fortgehen.“

„Ich habe Ihnen ja den Zweck meines Beſuchs geſagt.“

„Nicht wahr, Nachrichten vom Marſchall Simon?“

„Allerdings bin ich ſo glücklich, Nachrichten vom Marſchall Simon zu haben,“ erwiderte Rodin. Abermals ſchlich er auf die Mädchen zu und ſagte: „Ja, Fräulein, ich habe Nachrichten von Ihrem Vater.“

„Nun ſo kommen Sie gleich mit und erzählen Sie mir dieſe Neuigkeiten,“ erwiderte Dagobert.

„Wie? Sie wären ſo grauſam, dieſe Fräulein des Ver⸗ gnügens zu berauben — — —2“

„Schwerenoth!“ unterbrach Dagobert mit einer Donner⸗ ſtimme, „ſehen Sie denn nicht, daß ich mich nur ungern entſchließe, einen Mann von Ihrem Alter zur Thür hin⸗ aus zu werfen? Wirds bald?“

„Nun, nun, ereifern Sie ſich nicht über ein altes Männ⸗ chen wie ich. Iſt denn das der Mühe werth? Kommen Sie. Auf Ihrem Zimmer will ich Ihnen erzählen, was ich zu erzählen habe, und Sie werden es bereuen, daß Sie mich nicht vor dieſen lieben Fräulein haben reden laſſen. Das ſoll Ihre Strafe ſein, Sie böſer Mann.“ Und abermals verbeugte er ſich, und ſeinen grimmigen Verdruß verbergend, ging er hinaus.

Dagobert gab den Mädchen einen Wink und verließ gleich⸗ falls das Zimmer. Sein erſtes Geſchäft war, den Hampel zum Haus hinaus zu jagen. Dann hörte er den Bericht Rodins an.

Nach einer Viertelſtunde kehrte er zu den Mädchen zurück „Nun, welche Nachrichten von unſerm Vater?“ rief Roſa ihm entgegen.“ Er erwiderte: „Dieſer alte Hexenmeiſter

weiß, daß Ihr Vater vergnügt abgereiſt iſt. Er ſagt, er den Hrn. Robert. Woher er das Alles weiß, iſt äthſel und ein Grund mehr, ihm nicht zu trauen.“

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