Teil eines Werkes 
10. Band (1844)
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fügte Blanca hinzu. „Alſo laß uns gehen. Du würdeſt für uns thun, was Du uns hindern willſt für ijemand an⸗ ders zu thun.“

Rodin, der aufmerkſam zugehorcht hatte, fuhr zuſammer

und ein Strahl boshafter Freude blitzte aus ſeinen Augen. Dagobert hatte bisher ihm wie den Mädchen den Ausgang verſperrt, indem er ſich vor die Thür ſtellte. Der alte Sol⸗ dat trat jetzt einen Schritt ſeitwärts, zuckte die Achſeln und ſagte: „Ich bin ein alter Narr. Gehn Sie hin, Fräulein! Wenn Sie Ihre Gouvernante im Hauſe finden, ſo erlaube

ich Ihnen, bei ihr zu bleiben.“

„Wo iſt ſie denn?“ fragte Roſa betroffen.

„Ja wohl! ich werd' es Ihnen ſagen!“

„Sie iſt todt!“ rief Blanca erbleichend.

„Beruhigen Sie ſich. Ich ſage Ihnen, nein, ſo wahr Ihr Vater lebt. Beim erſten Anfall der Krankheit hat ſie ver⸗ langt, aus dem Haus gebracht zu werden, um nicht die an⸗ dern Bewohner anzuſtecken.“

gute Frau!“ ſagte Roſa gerührt. „Und du willſt nicht

„Ich will nicht, daß Sie fortgehen, und ſollt' ich Sie in dieſem Zimmer einſperren!“ unterbrach Dagobert, auf den Boden ſtampfend. Jetzt fiel ihm ein, daß Hampel an der Unruhe der Mädchen Schuld war, und zornig ſagte er: „Ich muß meinen Stock auf dem Buckel des Schufts klein ſchla⸗ gen!“ Er wandte ſich nach der Thür zurück und bemerkte Rodin, den er einen Augenblick vergeſſen hatte: „Sind Sie immer noch da?“ fragte er.

„Lieber Herr,“ antwortete der Jeſuit mit der gutmüthigen Miene, die er anzunehmen wußte, „ich bitte Sie zu bemerken, daß Sie an der Thür geſtanden und mich damit gehindert haben, hinauszugehen.“

„Nun, jetzt hindert Sie nichts mehr. Trollen Sie ſich.“

„Ich trolle mich, wiewohl ich glaube, über einen ſolchen Empfang erſtaunt ſein zu dürfen.“

„Es iſt nicht von Empfang die Rede, ſondern von Abgang. Alſo Marſch!“ 5

„Ich war gekommen, mit Ihnen zu ſprechen, lieber Herr.“

„Ich habe keine Zeit zu ſchwatzen⸗“