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Drittes Kapitel. „ D i e fricht
Während Rodin unter dem Feuer der Zornblicke Dago⸗ berts langſam ſeinen Rückzug nach der Thür bewerkſtelligte, ſchielte er ſpähend nach den Mädchen. Roſa eilte auf Da⸗ gobert zu und fragte: „Um Gottes willen! Iſt es wahr, daß Auguſtine von der Cholera befallen iſt?“
„Nein — — ich weiß es nicht — — ich glaub' es nicht!“ erwiederte Dagobert. „Was liegt Ihuen daran?“
„Dagobert,“ ſagte Blanca, „du willſt uns ein Unglück verhehlen. Ich erinnere mich jetzt, wie verlegen du warſt, als wir vorhin von unſerer Gouvernante ſprachen.“
„Wenn ſie krank iſt,“ ſetzte Roſa hinzu, „ſo dürfen wir ſie nicht verlaſſen. Sie hat Mitleid mit unſerm Kummer gehabt, wir müſſen Mitleid mit ihren Schmerzen haben.“ „Komm Roſa, auf ihr Zimmer,“ ſagte Blanca und machte einen Schritt nach der Thür, an welcher Rodin lauernd ſtand.
„Sie gehen nicht hinaus!“ rief Dagobert im ſtrengen Ton.
„Dagobert,“ entgegnete Roſa, „wir haben eine Pflicht zu erfüllen.“
„Ich ſage Ihnen, Sie gehen nicht hinaus!“ rief der Sol⸗ dat, auf den Boden ſtampfend.
„Lieber Freund,“ ſprach Blanca, „unſer Vater hat uns, indem er uns verließ, ein Beiſpiel von Pflichterfüllung ge⸗ geben. Er würde es uns nicht verzeihen, ſeine Lehre ver⸗ geſſen zu haben.“ .
„Was?“ rief Dagobert. „Sie meinen, wenn Ihre Gou⸗ vernante die Cholera hätte, würde ich Sie zu ihr gehen laſſen, weil es Pflicht ſei? Ihre Pflicht iſt, für Ihren Vater
zu leben — und für mich. Alſo kein Wort mehr von dieſer MNarrheit!“
Es iſt keine Gefahr dabei, in ihr Zimmer zu gehen,“ fagte Roſa. „Und wäre Gefahr dabei, ſo müßten wir es doch thun,“


