Teil eines Werkes 
10. Band (1844)
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„Willſt Du ſchweigen!“ ihn Roſa, ihm den Mund zuhaltend. „Wenn Frau Alguſtine Dich hörte! Sie iſt ſo ſanft und ängſtlich!“

„Ja,“ erwiderte Dagobert indem er ſeine Verlegenheit

zu verbergen ſuchte. „Aber ſie hört uns nicht, denn — —

ſie iſt ja auf dem Land.“

„Das iſt eine brave gute Frau,“ ſagte Blanca. „Einmal,

als von Dir die Rede war, ſagte ſie uns: Fräulein, neben der Anhänglichkeit Dagoberts wird meine noch neue Zunei⸗ gung Ihnen unbedeutend erſcheinen. Und doch fühle ich mich

berechtigt, für Sie zu leben.“

„Ja — gewiß — — das iſt ein Herz wie Gold,“ ent⸗

gegnete Dagobert und dachte: „Müſſen ſte denn gerade von der Frau ſprechen?“ „Der Vater hätte ſie nicht beſſer wählen können,“ ſagte Roſa. „Sie iſt die Wittwe eines alten Soldaten, der die Feldzüge mit ihm gemacht hat. Wie unruhig und kummer⸗ voll war ſie zu der Zeit, wo wir trauerten! Unzählige Mal habe ich bemerkt, wie ſie uns mit Thränen in den Augen anſah. Dafür haben wir ſie ahr auch lieb, und wenn der Vater zurückkommt — —

„Schweig!“ unterbrach Blanea lachend. „Dagobert wird uns das Geheimniß nicht bewahren. — Oder willſt Du?“

Dagobert, deſſen Verlegenheit immer größer ward, ent⸗ gegnete: „Wenn Sie mir nichts ſagen, iſt es eben ſo gut.“

„Herr Dagobert! Herr Dagobert!“ ſagte Roſa, „ich habe Sie im Verdacht, daß ſie bei unſerer Gouvernante den ſüßen Herrn geſpielt haben“

„Ich — — den ſüßen Herrn?“

Der Ton und die Miene Dagoberts bei dieſen Worten waren von der Art, daß beide Schweſtern ſich vor Lachen nicht zu faſſen wußten. In dieſem Augenblick ging die Thür auf. Hampel trat ein und rief anmeldend: „Herr Rodin!“ Und hinter ihm ſchlüpfte der Jeſuit in den Saal mit freude⸗ 3 ſtrahlenden Augen, als ob er ſchon ſeine Sache gewonnen hätte.

ſuch überraſcht, ſo gerieth Dagobert in Zorn darüber. Er

Waren die beiden Schweſtern von dem unvermutheten Be⸗