gab ihren Mienen etwas Zuverſichtliches, was die Schönheit ihrer Züge erhöhte. Blanca ließ aus Verſehen den Kamm fallen. Indem ſie ſich bückte, ihn aufzuheben, kam Roſa ihr zuvor und ſagte: „Wenn Du ihn zerbrochen hätteſt, würdeſt Du ihn in den Henkelkorb gelegt haben.“
Beide fingen wieder laut an zu lachen. Das Wort Roſas bezog ſich auf einen Witz des vermeintlichen Einfaltspinſels. Hampel hatte das Henkel an einer Taſſe abgebrochen und auf die Vorwürfe der Gouvernante geantwortet: Sein Sie ruhig, liebe Frau. Ich habe es in den Henkelkorb gelegt. — Und auf die verwunderungsvolle Frage: In den Henkelkorb? hatte er erwidert: Ja in den Henkelkorb; da lege ich alle Henkel hinein, die ich abbreche. — Roſa wiſchte ihre Thrä⸗ nen ab und ſagte: „Wie dumm iſt es doch, über ſolche Al— bernheiten zu lachen.“
„Nein,“ ſagte Blanca, „es iſt gar zu poſſirlich; man muß nothwendig lachen.“
„Schade, daß der Vater nicht hier iſt! Er war immer ſo glücklich, wenn er uns froh ſah. Wir müſſen ihm heute die Geſchichte vom Henkelkorb ſchreiben.“
„Und die vom Flederwiſch,“ fügte Blanea hinzu, „um ihm zu beweiſen, daß wir verſprochenermaßen während ſeiner Abweſenheit nicht traurig ſind.“
„Ihm ſchreiben? Du weißt ja, er will uns ſchreiben, wir aber können ihm nicht antworten.“
„Das iſt wahr. — Weißt Du was? Wir ſchreiben ihm an ſeine Adreſſe hier. Dagobert gibt die Briefe auf die Poſt, und wenn der Vater zurückkommt, lieſt er ſie.“
„Du haſt Recht! Das iſt herrlich! Wir wollen ihm recht viele Narrenspoſſen erzählen; das hat er gern.“
„Und wir auch. Wir ſind gern luſtig.“
„O gewiß. Seine letzten Worte haben uns ja Muth dazu gegeben.“
„Als ich ihn ſprechen hörte, war ich gar nicht ängſtlich wegen ſeiner Abreiſe.“
„Auch ich war es nicht, als er ſagte: Kinder, ich ver⸗ traue euch an, was ich euch anvertrauen kann. Ich habe eine heilige Pflicht zu erfüllen. Darum muß ich euch auf einige Zeit verlaſſen. Ich war ſo verblendet, an eurer Liebe
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