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„Gott!“ rief die Fürſtin, „Herr Pater, wenn der Soldat einen Feind in Ihnen ſähe! Sein Sie auf Ihrer Hut!“
„Ich bin ſtets auf meiner Hut. Ich bin mit ſchlimmeren Geſellen fertig geworden, als er iſt, z. B. mit der Cholera.“ Und grinſend bleckte er ſeine ſchwarzen Zähne.
„Aber wenn er Sie als Feind behandelt, wird er Sie nicht einlaſſen,“ ſagte Aigrigny. „Wie wollen Sie dann zu den Mädchen kommen?“
„Das weiß ich nicht. Aber ich will zu ihnen kommen, und alſo komm' ich zu ihnen.“
„Herr Pater,“ ſagte die Fürſtin, „mich haben die Mädchen noch nie geſehen. Wie wäre es, wenn ich, ohne mich zu nennen, zu ihnen ginge?“
„Das wäre für gar nichts, denn erſt muß ich wiſſen, wozu ich mich in Betreff der Mädchen entſchließen ſoll. Ich muß ſie alſo um jeden Preis ſehen und lange mit ihnen ſprechen. Iſt mein Plan einmal entworfen, dann kann Ihre Mitwir⸗ kung mir von Nutzen ſein. — — Jedenfalls — — ſein Sie bereit, mich morgen zu begleiten.“
„Wohin?“ fragte die Fürſtin.
„Zum Marſchall Simon.“
„Zu ihm?“
„Nicht gerade zu ihm. Sie nehmen Ihre Kutſche und ich einen Miethwagen. Ich ſuche zu den Mädchen zu kommen, und Sie warten auf mich einige Schritt vom Hauſe. Ge⸗ lingt es mir, und bedarf ich Ihrer Hülfe, ſo komme ich zu Ihnen in Ihren Wagen. Sie empfangen meine Anweiſun⸗ gen, und nichts ſcheint zwiſchen uns verabredet.“ „
„Es ſei, E. V. Aber wahrlich ich zittere bei dem Ge⸗ danken an Ihre Zuſammenkunft mit dem Soldaten.“
„Der Herr wird über ſeinen Diener wachen. — Sie, Herr Pater, laſſen Sie augenblicklich die fertige Note nach Wien abgehen, um dem Bewußten die Abreiſe und das baldige Eintreffen des Marſchalls anzuzeigen. Alles iſt vorgeſehen. Dieſen Abend werd' ich ausführlicher ſchreiben.“
Am folgenden Morgen gegen acht uhr fuhren die Fürſtin und Rodin, erſtere in ihrer Kutſche, letzterer in einem Fiaere,
nach dem Haus des Marſchalls Simon.


