Teil eines Werkes 
10. Band (1844)
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„Erſtlich, um von mir den Verdacht abzulenken, der durch jene Briefe erweckt werden konnte, und zweitens um den Zorn des Marſchalls zum Wahnſinn zu ſteigern dadurch, daß ich ihn ſtets an die Gründe ſeines gerechten Haſſes gegen Sie erinnerte und an die Unmöglichkeit, Ihnen beizukommen. Dies, verbunden mit andern Gährungsſtoffen des Kummers, des Zorns, des Mißmuths, welche durch die rohen Leiden⸗ ſchaften dieſes Schlachtmenſchen in Wallung kamen, mußte ihn zu der thörichten Unternehmung treiben, welche die Folge und Strafe ſeines Götzendienſtes gegen einen elenden Uſur⸗ pator iſt.“

„Es ſei,“ ſagte Aigrigny, ſich augenſcheinlich Gewalt an⸗ thuend. „Aber ich gebe Ewr. Ehrwürden zu bedenken, daß es vielleicht gefährlich iſt, den Marſchall ſo gegen mich auf⸗ zuhetzen.“

„Warum?“ fragte Rodin mit einem durchdringenden Blick auf Aigrigny.

„Weil der Marſchall, auf's Aeußerſte getrieben und nur an unſern wechſelſeitigen Haß denkend, mich aufſuchen und finden könnte.“

„Und dann?“

„Und dann könnte er vergeſſen, daß ich Prieſter bin, und —

„Ah! Sie haben Angſt,“ ſagte Rodin in wegwerfen⸗ dem Ton.

Bei dieſen Worten Rodins fuhr Aigrigny auf ſeinem Stuhl in die Höhe. Nachdem er ſeine Kaltblütigkeit wieder gewonnen, erwiederte er: „Ew. Ehrwürden hat Recht. Ich würde Angſt haben; ja! In einem ſolchen Augenblick würde ich Angſt haben, zu vergeſſen, daß ich Prieſter bin, und mich zu ſehr zu erinnern, daß ich Soldat geweſen.“

„So?“ ſagte Rodin verachtungsvoll. „Alſo auf den al⸗ bernen Ehrenpunkt halten Sie noch? Ihr Prieſtergewand hat noch nicht dies ſchöne Feuer erſtickt? Alſo wenn dieſer Säbelmann, deſſen leeres Gehirn zu verrücken ich nicht ver⸗ fehlen konnte, ſobald ich die Zauberworte Kriegerehre, Eid, Napoleon II., erſchallen ließe, — wenn dieſer Säbler zu einer Gewaltthätigkeit gegen Sie geſchritten wäre, ſo