Teil eines Werkes 
10. Band (1844)
Einzelbild herunterladen

wüſtlich und glänzend zu ſeyn, wie ein Diamant. Selbſt Faringhea vermag nichts dagegen. Aber wir wollen hoffen, der Herr werde dieſer eitlen, gottloſen Luſt ein Ende mit Schrecken mache.n“

In dieſem Augenblick kam Aigrigny zur Thür herein ge⸗ eilt und rief mit triumphirender Miene: „Victoria!“

„Was meinen Sie?“ fragte die Fürſtin.

„Er iſt abgereiſt — — dieſe Nacht,“ antwortete Aigrigny.

„Wer?“ fragte Rodin.

„Der Marſchall Simon.“

„Endlich!“ ſagte Rodin, der ſeine Freude nicht verbergen konnte.

„Sicherlich,“ rief die Betſchweſter, „hat ſein Geſpräch mit dem General Havrinevurt das Maß vollgemacht. Ich weiß, er hat eine Zuſammenkunft mit ihm gehabt. Der General hat, wie viele Andere, den mehr oder minder gegründeten Gerüchten geglaubt, die ich habe ausſprengen laſſen. Jedes Mittel iſt gut wider den Gottloſen.“

„Wiſſen Sie etwas Näheres?“ fragte Rodin. 3

„Ich komme von Robert,“ antwortete Aigrigny. „Sein Signalement und ſein Alter paſſen zu dem des Marſchalls. Simon iſt mit den bewußten Papieren abgereiſt. Nur etwas iſt Ihrem Mann höchſt auffallend geweſen.“

„Was?“ fragte Rodin.

„Bis dahin hatte er immer gegen die Unſchlüſſigkeit des Marſchalls zu kämpfen gehabt und dabei bemerkt, daß er düſter und verzweifelt ausſah. Geſtern hingegen hat er ihn ſo glücklich und freudeſtrahlend gefunden, daß er nicht umhin konnte, ihn um die Urſache dieſer Veränderung zu fragen.“

„Nun?“ fragten Rodin und die Fürſtin überraſcht.

„Der Marſchall hat geantwortet: Ich bin der glücklichſte Menſch von der Welt. Ich gehe heiteren Muthes an die Erfüllung einer heiligen Pflicht.“

Unſere drei Leute ſahen ſich ſchweigend einander an. End⸗ lich ſagte die Fürſtin mit nachdenklicher Miene: „Wer mag dieſe plötzliche Veränderung in der Stimmung des Mar⸗ ſchalls bewirkt haben? Gerade auf ſeinen Kummer, auf ſeine Gereiztheit hatte man gerechnet, um ihn in dieſe Unterneh⸗ mung zu ſtürzen.“