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ſchen Fenſtern hervorragen. Unter den Trümmerhaufen, auf einem von Schlingpflanzen halb überwachſeneu Fußgeſtell mit abgeſtoßenen Ecken, ſteht ein wenig beſchädigtes rieſiges Standbild. Es ſtellt einen enthaupteten Mann vor, der in der Hand eine Schüſſel und auf dieſer ſeinen Kopf trägt. Das feierliche Schweigen der Oede wird nur zuweilen durch das Rauſchen der vom Abendwind bewegten Fichtenzweige unterbrochen. Braunrothe, von der Abendſonne gefärbte Wolken ziehn langſam über den Wald und ſpiegeln ſich in einem Bach, der, aus einer Felſenmaſſe hervorquellend, durch die Trümmer der Abtei fließt.
Plötzlich erſcheint im Halbdunkel des Waldes, deſſen zahl⸗ loſe Stämme ſich in völliger Finſterniß verlieren, eine Men⸗ ſchengeſtalt — ein Weib. Sie geht auf die Trümmer zu. Sie Frreicht dieſelben. Ihr Antlitz iſt bleich, ihr Blick traurig. Ihre, unter dem wallenden Gewand hervorſehenden Füße ſind beſtaubt. Ihr Gang iſt mühſam und ſchwankend.
Nahe bei dem Bild Johannes des Enthaupteten liegt ein Steinblock am Rand des Baches. Auf dieſem Block ſinkt das Weib erſchöpft nieder. Und Tage, Jahre, Jahrhunderte vorher war ſie ewig gegangen, ohne je müde zu werden. Jetzt zum erſten Mal verſpürt ſie eine unüberwindliche Mat⸗ tigkeit. Zum erſten Mal ſchmerzen ihre Füße ſie, die ſiche⸗ ren, leichten Schrittes durch den glühenden Wiüſtenſand ge⸗ gangen war, wo Karavanen untergingen, und durch den ewi⸗ gen Schnee der Pole, wo kein menſchliches Weſen leben kann. Sie, die, feſt gegen die verzehrenden Flammen und gegen die ſtürmiſchen Wogen, ſeit Jahrhunderten nichts mit der Menſchheit gemein gehabt, — ſie verſpürt zum erſten Mal die Schmerzen derſelben. Ihre Füße bluten, ihre Glie⸗ der ſind wie zerſchlagen, ein brennender Durſt verzehrt ſie. Sie fühlt es und wagt nicht, es zu glauben. Endlich be⸗ merkt ſie die Quelle. Sie kniet nieder, um ihren lechzenden Gaumen in dem kryſtallhellen Waſſer zu letzen.
Kaum haben ihre brennenden Lippen das kühle Waſſer
bexührt, ſo vergißt ſie ihren Durſt und betrachtet ſich in dem
Waſſerſpiegel. Sie ſtößt einen Freudenſchrei aus. Sie hat gefunden, daß ſie ſeit einigen Tagen, Stunden, vielleicht Au⸗
genblickeſ alt geworden iſt, nachdem ſie ſeit achtzehnhundett


