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„Ach, das iſt ein Unglück!“
„Komm,“ ſagte Roſa, „es iſt zu peinlich, ihn ſo mit Dagobert reden zu hören.“
Das Getöſe eines geſchleuderten oder zerbrochenen Gegen⸗ ſtandes erſchreckte die Schweſtern ſo, daß ſie bebend in ihr Schlafzimmer eilten und die Thür zumachten.
Achtzehntes Kapitel. Der verwundee Lwe
Während die beiden Schweſtern den aus Roſa's Arbeits⸗ körbchen gefallenen Brief kaſen, war der Marſchall aus dem Garten in ſein Zimmer gekommen und ging darin mit ſchnel⸗ len Schritten auf und ab. Sein Geſicht war von Zorn ge⸗ röthet, ſeine Augen funkelten vor Unwillen. Die Adern auf ſeiner breiten Stirn waren zum Berſten geſchwollen, und man konnte die Pulsſchläge an ihnen zählen. Zuweilen zuckte ſein dicker ſchwarzer Schnurrbart wie die Lefze eines grimmigen Löwen. Und wie ein verwundeter, von tauſend unſichtbaren Stichen gequälter Löwe in ſeinem Behälter grimmig hin und wieder rennt, ſo ging der Marſchall in ſeinem Zimmer auf und ab, bald ein wenig gebückt, als wollte er unter der Laſt ſeines Zornes niederſinken, — bald wieder ſich plötzlich auf⸗ richtend, die Arme auf der breiten Bruſt gekreuzt, den Kopf drohend emporgerichtet, als ob er mit zornigem Blick einen unſichtbaren Gegner herausforderte. Endlich blieb er ſtehen, ſtampfte zornig auf den Boden und riß an der Schelle, daß ihm die Schnur in der Hand blieb.
Ein Diener kam herbeigeeilt. Der Marſchall rief ihm ent⸗ gegen: „Haben Sie nicht dem Dagobert geſagt, daß ich mit ihm ſprechen will?“
„Ich habe den Befehl des Herrn Herzogs ausgerichtet; aber Herr Baudoin begleitete ſeinen Sohn bis an das Hof⸗ thor und — — —“


