Teil eines Werkes 
9. Band (1844)
Einzelbild herunterladen

—.——

—,

C

„Aber, lieber Vater . . .“

„Kommen Sie; es geht nicht anders; ſonſt laß ich den Menſchen herein.“

Aigrigny ſah, daß er es bei dem ſchwachen Mann mit der

Feſtigkeit verſuchen konnte, vorbehaltlich der Rückkehr zu

ſanfteren Mitteln. Aus ſeinen großen grauen Augen, welche funkelten, wie die eines Raubvogels, warf er dem Erſchöpf⸗ ten einen ſtrengen Blick zu. Hardy erbebte vor dieſem faſt bezaubernden Blick und erwiderte ſeufzend⸗ „Ich will ſchrei⸗ ben, lieber Vater. Aber ich bitte Sie, dictiren Sie Mein Kopf iſt zu ſchwach.“ Und er wiſchte mit ſeiner fieberhaft

heißen Hand ſeine Thränen ab.

hre dictirte folgende Zeilen:

„Lieber Agricola, ich habe überlegt, daß eine Unter⸗ redung mit Ihnen unnütz ſein würde. Sie könnte nur dazu dienen, brennende Schmerzen wieder zu erwecken, welche ich mit Gottes Hülfe unter den ſüßen Tröſtun⸗ gen der Religion vergeſſen habe

Hardy ward immer bleicher. Seine Hand konnte kaum mehr die Feder halten. Kalter Schweiß ſtand auf ſeiner Stirn. Aigrigny hielt inne, zog ein Schnupftuch hervor, trocknete das Geſicht ſeines Opfers ab und ſagte in liebreichem Ton Kommen Sie, mein treuer Sohn. Faſſen Sie etwas Muth. Nicht ich habe Sie beſtimmt, dieſe Zuſammenkunft zu ver⸗ weigern, im Gegentheil — nicht wahr? Aber da Sie um Ihrer Ruhe willen dieſelbe aufſchieben wollen, ſo ſuchen Sie, dieſen Brief zu Ende zu ſchreiben. Denn was wünſche ich? daß Sie hinfort einer gottſeligen Ruhe genießen mögen nach ſo vielen peinlichen Erſchütterungen.“

„Ja, lieber Vater, ich weiß, Sie ſind gut. Verzeihen Sie meine Schwäche.“

„Können Sie weiter ſchreiben, mein lieber Sohn?“

„Ja, lieber Vater.“ 3

„Nun, ſo ſchreiben Sie:

„Ich genieße eines tiefen Friedens, mir wird eine ſorgfältige Pflege zu Theil, und mit Hülfe der göttli⸗ chen Barmherzigkeit hoffe ich auf ein chriſtliches Ende fern von einer Welt, deren Eitelkeit ich erkenne. Ich

8

——