fromme Zufluchtſtätte verlaſſen, wo kein Geräuſch die Samm⸗ lung Ihres Gemüths und Ihre Rihe ſtört; aber eben dieſer Gegenſatz — — —.“
„Genug!“ unterbrach Hardy mit ſchwacher Stimme. „Um Gotteswillen nicht weiter! Wenn ich Sie, Ehrwürdiger Va⸗ ter, nur ſprechen höre von dem Getreibe eines ſolchen Le⸗ bens, ſo ſchwindelt mir, daß mir der Kopf zerſpringen möchte. Nein! nein! Ruhe — vor allen Dingen Ruhe, wär' es auch die Ruhe des Grabes!“
„Aber wie wollen Sie den dringenden Bitten dieſes Hand⸗ werkers widerſtehen? Wem eine Wohlthat erwieſen iſt, der hat ein Recht an ſeinen Wohlthäter. Sie können ſich ſeinen Bitten nicht entziehen.“
„Wenn es nicht anders geht, Ehrwürdiger Vater, — — ſo laſſe ich ihn nicht vor. Ich hatte mich gewiſſermaßen auf dieſe Zuſammenkunft gefreut. Jetzt fühle ich — — es iſt beſſer — — darauf zu verzichten.“
„Aber er wird nicht darauf verzichten. Er wird darauf beſtehen, zu Ihnen zu kommen.“
„Lieber Vater, haben Sie die Güte, ihm ſagen zu laſſen, — — daß ich leidend bin, — — daß es mir unmöglich iſt, ihn zu empfangen.“
„Hören Sie mich an, mein lieber Sohn. In unſeren Ta⸗ gen herrſchen große, unglückſelige Vorurtheile gegen die ar⸗ men Diener Chriſti. Eben, weil Sie freiwillig bei uns ge⸗ blieben ſind, nachdem man Sie zufällig ſterbend in unſer Haus gebracht hat, weil Sie dieſen Aufenthalt lieb gewonnen haben und eine Unterredung verweigern, die Sie anfangs bewilligt hatten, könnte man glauben, Sie ſtünden unter ei⸗ nem fremden Einfluß. So unſinnig dieſer Verdacht auch iſt, er kann entſtehen, und wir wollen nicht, daß er Glauben finde. Es iſt alſo beſſer, Sie empfangen den jungen Mann.“
„Lieber Vater, was Sie von mir begehren, geht über meine Kräfte. In dieſem Augenblick fühle ich mich erſchöpft. Dieſe Unterredung hat mich ganz vernichtet.“
„Aber, lieber Sohn, dieſer Arbeiter wird kommen. Ich
will ihm gern ſagen, daß Sie ihn nicht empfangen wollen; aber er wird mir nicht glauben.“ „Ach, Ehrwürdiger Vater, haben Sie Erbarmen mit mir!


