2 — 46 — dankbar, boshaft ſchilderte. Damit tödtete er alle Hoffnung
in ihm.
Nach Erreichung dieſes Zwecks ging der Jeſuit einen Schritt weiter. Da er die Herzensgüte Hardy's kannte, be⸗ nutzte er ſeine Geiſtesſchwäche und ſprach ihm von dem Troſt, welcher für einen mit verzweifeltem Kummer belade⸗ nen Menſchen in dem feſten Glauben läge, daß keine ſeiner Thränen unfruchtbar, jede vielmehr Gott wohlgefällig ſei und beitragen könnte zur Seligkeit anderer Menſchen in dem Glauben, daß es nur dem Gläubigen gegeben ſei, ſeinen Schmerz dem Herrn angenehm zu machen und nütz⸗ lich für Menſchen, die eben ſo unglücklich wären, wie er. Dabei wurde das Abſtoßende in den ſchändlichen Grundſätzen, die aus dem Schöpfer einen, nach den Thränen der Men⸗ ſchen dürſtenden grimmigen Gott machen, dem Auge Har⸗ dy's entrückt. Bald fand ſeine liebevolle, von dieſen Schand⸗ pfaffen zum geiſtigen Selbſtmord getriebene Seele einen bit⸗ terſüßen Zauber in der Vorſtellung, daß wenigſtens ſein Kummer andern Menſchen Vortheil bringen könnte. Das war freilich anfangs nur eine Vorſtellung, wie von etwas möglichem. Allein, ein geſchwächter Geiſt, der an einer ſol⸗ chen Behagen findet, läßt ſie am Ende als Wahrheit gelten und unterzieht ſich allmählig allen Folgen derſelben.
So war der Körper- und Seelenzuſtand Hardy's, als er durch einen Diener, der ſich hatte gewinnen laſſen, von Agri⸗ cola Baudoin einen Brief erhielt, in welchem dieſer ihn um eine Zuſammenkunft bat. Der Tag dieſer Zuſammenkunft war gekommen. Etwa rei Stunden vor dem zum Beſuch Agricola's angeſetzten Zebpunkt, trat Aigrigny in das Zim⸗ mer Hardy's.


