Teil eines Werkes 
9. Band (1844)
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2 doch fühle ich eine tiefe Wehmuth. Sie geben mir den Him⸗

ℳ „Lieber Freund, wir beide ſtehn auf dem Gipfel des Glücks. . Die Zukunft unſeres Glücks iſt endlos und doch ſind uns,

„Sie ſehen, es gibt Glück, vor deſſen Unendlichkeit uns ſchwin⸗ „0

₰ nicht aus, es zu faſſen. Es ſchlägt über unſerm Haupt zuſam⸗

himmliſchen Glücks erreicht hatte, machte auf Dſchalma einen „ ſolchen Eindruck, daß er ihr unwillkürlich zu Füßen fiel und

die Hände faltend mit ſeinem wunderſchönen Geſicht wie an⸗ betendezu ihr aufblickte. Dann bedeckte er ſein Geſicht mit den Händen und ſenkte ſtumm das Haupt. Einige Augenblicke herrſchte tiefe Stille iiEaalMidva brach das Schweigen, als ſie eine Thräne zwiſchen den feinen hervordringen ſah. „Was iſt Ihnen,⸗

lieber Freund?“ fragte ſie. Und mit Gedaukönſchelle beuhte — dem Jüngling herab und drückte ſeine Hände von ſicht weg. Es war mit Thränen benetzt. „Sie L Rf ſie, ſo tief ergriffen, daß ſie die Hände Dſchal

W ihrigen behielt, während ſeine Thränen wie 9 ryſtal en über das matte Gold ſeiner Wangen rollten. 5 Mein Wlüch aufs dör⸗Walt gleicht dem meinen,“ ſagte der — Königsſohn mit ſeiner ſanften klangvollen Stimme; „und

mel, und wenn ich Ihnen die Erde gäbe, wäre ich immer noch undankbar gegen Sie. Ach! was kann der Menſch für die Gottheit thun? Sie anbeten, nie aber die reichen Gaben vergelten, mit denen ſie ihn überhäuft. Das thut nicht ſeinem Stolz weh, aber ſeinem Herzen.“ Dſchalma ſagte, was er fühlte. Nur die etwas hyperbo⸗ liſche Form der Morgenländer konnte ſeinen Gedanken aus⸗

6 drücken. Der Ausdruck ſeines Bedauerns war ſo aufrichtig, ſeine Demuth ſo kindlich ſanft, daß Adriana gleichfalls zu Thränen gerührt wurde und ihm mit Zärtlichkeit erwiderte:

obwohl aus verſchiedner Quelle, traurige Gedanken gekommen. delt. Einen Augenblick reichen Herz und Geiſt und Seele

men wie die Welle eines mächtigen Stroms. So ſenken auch zuweilen die Blumen das Haupt wie vernichtet von den allzu“ brennenden Strahlen der Sonne, die doch ihr Leben und ihre Liebe iſt. O Freund, dieſe Traurigkeit iſt groß, aber ſie iſt ſüß!“ Bei dieſen Worten war die Stimme Adriana's immer leiſer geworden. Ihr Haupt neigte ſich ſanft, wie wenn ſe wirklich