Teil eines Werkes 
9. Band (1844)
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unter der Laſt ihres Glücks ſich beugte. Dſchalma kniete noch . immer vor ihr, und ſeine Hände lagen in den ihrigen. Indem ſie ſich bückte, rührte ihre Stirn, weiß wie Elfenbein, an Dſchalma's Stirn, lichtgelb wie Bernſtein, und ihre — Locken vermiſchten ſich mit Dſchalma's Haar von der Schwärze

ie ſüßen Thränen der beiden Liebenden ran⸗ en langſam im Stillen auf ihre verſchlungenen Hünde herab.

Sechstes Kapitel.

Diie

Wihten des beſchriebenen Auftritts Adriana und Dſchalma begab ſich Agricola mit einem Brief des Fräuleins in die Vaugirardſtraße zu Hardy.

Franz Hardy bewohnte, wie geſagt, einen Pavillon in dem Retraitehauſe bei dem in der Vaugirardſtraße belegenen Wohn⸗ ſitz einer bedeutenden Anzahl ehrwürdiger Väter von der Geſellſchaft Jeſu. Es gab nichts ruhigeres und ſtilleres als dieſer Wohnſitz. Da ward immer leiſe geſprochen, und ſelbſt die Dienſtleute hatten etwas honigſüßes in ihren Worten und etwas gottſeliges in ihrem Gange. Wie in Allem, was in der Nähe oder in der Ferne dem niederdrückenden, vernichtenden Einfluß dieſer Menſchen ausgeſetzt war, ſo mangelte auch in dieſem Hauſe düſterer Ruhe Leben und Bewegung. Die Pfleglinge in ihm vegetirten in einer Einförmigkeit und Re⸗ gelmäßigkeit, bei welcher die einzige Abwechslung in Andachts⸗ übungen beſtand. Der Geiſt, ohne Nahrung, ohne Verkehr mit der Außenwelt, ohne Aufregung, ermattete, wie die E. E. V. V. richtig berechneten, in der Einſamkeit. Die Schläge des Herzens ſchienen langſamer zu werden, das Gemüth er⸗ ſtarrte, die Seelenkraft erſchlaffte. Am Ende erloſch die Willensfreiheit; und die Pfleglinge, demſelben Verfahren völ⸗ liger Entnervung unterworfen wie die Novizen der Geſell⸗ chaft, wurden gleichfalls Leichen in den Ländenz der B densbrüder.

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