„Ich habe es gethan. Aber Sie warteten auf mich.“
„Das war ein edelmüthiges Opfer, und meine Achtung vor Ihnen würde, wenn ſie könnte, noch zunehmen. Aber was iſt aus dieſem Menſchen geworden?“
„Auf mein Geheiß ſtieg er in meinen Wagen. In Un⸗ ruhe wegen des Marſchalls und in Verzweiflung darüber, daß die Zeit, welche ich bei Ihnen ſein ſollte, verging, be⸗ ſtürmte ich dieſen Menſchen mit Fragen Mehrmals gab er mir verlegene Antworten. Da kam mir der Gedanke, daß mir vielleicht eine Schlinge gelegt ſei. Es fiel mir ein, was alles ſchon verſucht worden war, um mich bei Ihnen in Un⸗ gunſt zu' bringen. Da ließ ich den Weg hierher einſchlagen. Und nhi ward der Verdruß meines Begleiters ſo ſichtlich, daß mit kein Zweifel hätte bleiben ſollen. Doch machte ich mir immer noch einen leiſen Vorwurf, daß ich vielleicht den Marſchall im Stich ließe. Dieſen Vorwurf haben Sie, liebe Baſe, jetzt beſeitigt.“
„Dieſe Menſchen ſind unverſöhnlich,“ bemerkte Adriana. „Aber unſer Glück wird ſtärker ſein, als ihr Haß.“ Sie ſchwieg einen Augenblick und begann dann wieder mit ihrer gewöhnlichen Offenheit: „Lieber Vetter, es iſt mir unmög⸗ lich zu verſchweigen oder zu verbergen, was ich auf dem Her⸗ zen habe. Laſſen Sie uns (immer als Freunde) einige Au⸗ genblicke von einer Vergangenheit ſprechen, welche man uns ſo ſehr verbittert hat, und dieſelbe dann wie einen böſen Traum auf ewig vergeſſen.“
„Ich will Ihnen aufrichtig antworten, auf die Gefahr hin,
mir zu ſchaden.“
„Wie haben Sie ſich entſchließen können, ſich öffentlich zu zeigen mit — —.“
„Mit dem Mädchen?“ unterbrach ergänzend Dſchalma.
„Ja, Vetter.“
Ohne Verlegenheit, weil er wahr redete, antwortete der junge Mann: „Unbekannt mit den Gewohnheiten dieſes Lan⸗ des, geiſtesſchwach durch Verzweiflung, mißleitet durch die Rathſchläge eines Menſchen, welcher meinen Feinden er⸗ geben iſt, habe ich geglaubt, ich könnte, indem ich vor Ih⸗ nen eine andere Liebe zur Schau trüge, Ihre Eiferſucht er⸗ wecken und — —.“
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