Teil eines Werkes 
9. Band (1844)
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anfänglichen Verwirrung. Sie ſetzte ſich wieder, deutete dem Prinzen auf einen Stuhl ihr gegenüber und ſagte: „Setzen Sie ſich gefälligſt nieder — — lieber Vetter — — — und laſſen Sie mich Sie ſo nennen, denn ich finde das Wort Prinz zu förmlich. Eben ſo nennen ſie mich Baſe, anſtatt Fräulein. Nachdem wir dieß abgemacht haben, wollen wir vorerſt als gute Freunde mit einander plaudern.“

„Ja, Baſe,“ erwiderte Dſchalma, bei dem Wort vorerſt erröthend.

„Da Offenherzigkeit zwiſchen Freunden ſich gebührt, ſo will ich Ihnen vorerſt einen Vorwurf machen,“ fuhr Adriana halb lächelnd fort. „Sie werden mir dieſen Vorwurf nicht übel nehmen. Kurz geſagt: ich habe Sie ein wenig früher erwartet.“

Dſchalma war trotz der Einladung ſtehen geblieben und erwiderte, in anmuthiger achtungsvoller Haltung ans Kamin gelehnt: „Vielleicht, Baſe, werden Sie mich tadeln, daß ich nicht ſpäter gekommen bin.“

„Was meinen Sie damit?“ fragte Adriana.

„In dem Augenblick, wo ich von Hanſe wegfuhr, trat ein Unbekannter an meinen Wagen und ſagte mir mit ſo auf⸗ richtiger Miene, daß ich ihm glaubte: Sie können einem Mann das Leben retten, der ein Vater für Sie geweſen iſt. Der Marſchall Simon ſchwebt in großer Gefahr. Wollen Sie ihn retten, ſo müſſen Sie augenblicklich mit mir kommen.“

„Das war eine Hinterliſt!“ rief Adriana. „Vor kaum einer Stunde war der Marſchall Simon hier.

„Wirklich?“ rief Dſchalma freudig, als ob ihm ein Stein vom Herzen fiele. „Alſo wird dieſer ſchöne Tag doch nicht getrübt.“

„Aber Vetter,“ fragte Adriana, „wie mochten Sie dieſem

Sendling trauen?“

Dſchalma antwortete: „Er hat ſich bald einige Worte ent⸗ ſchlüpfen laſſen, die mir Zweifel einflößten. Anfangs bin ich ihm gefolgt in der Beſorgniß, der Marſchall ſchwebe in Ge⸗ fahr; denn ich weiß, daß er ebenfalls Feinde hat.“

„Vetter, jetzt ſeh' ich ein, Sie haben Recht gehabt. Ein

neuer Streich gegen den Marſchall war denkbar. Im zweifel⸗ ge 3

haften Fall mußten Sie zu ihm eilen.“