Teil eines Werkes 
9. Band (1844)
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nach der auf den Tuiterien geſtellt. Auch auf ihr iſt es 6 eine Minute über halb drei.“ „Gut. Ich danke Ihnen,“ ſagte Adriana.

Andreas verbeugte ſich und ſagte: „Fräulein, ich habe ver⸗ geſſen Ihnen zu ſagen, daß vor einer Stunde der Herr Mar⸗ ₰ ſchall Simon da geweſen iſt. Da Ihre Thür für jedermann verſchloſſen war außer für den Prinzen, ſo hat man ihm ge⸗ 1 ſagt, das Fräulein laſſe niemand vor.“

„Es iſt recht,“ ſagte Adriana.

Der Diener verbeugte ſich abermals und ging hinaus⸗ Abermals herrſchte tiefe Stille im Saal. Eben weil bis ½ . zur feſtgeſetzten Stunde die Hoffnung Adrianens ſo zuverſicht⸗ lich geweſen war, empfand ſie um ſo ſchmerzlicher die Täu⸗ 3

6 ſchung derſelben. Sie warf einen ſchwermüthigen Blick auf

ein über ihr neben dem Kamin hängendes Bild und ſeufzte: 3

„O Mutter!“

Kaum hatte ſie dieß Wort geflüſtert, ſo erſchütterte das

dumpfe Raſſeln eines in den Hof einfahrenden Wagens die

Fenſter. Adriana fuhr zuſammen und konnte einen lauten

Ausruf der Freude nicht zurückhalten. Ihr Herz ſchlug dem 3 Geliebten entgegen. Dießmal fühlte ſie, daß er es war, mit derſelben Sicherheit als ob ihre Augen ihn geſehn hätten. Sie ſetzte ſich wieder und wiſchte mit zitternder Hand eine 3 an ihren langen Wimpern hängende Thräne ab. 3¹

Das laute Oeffnen mehrer Thüren hinter einander bewies, daß ſie ſich nicht getäuſcht hatte. Endlich flogen die vergol⸗ deten Thüren des Empfangsſaals auf, und der Königsſohn erſchien. Hinter ihm kam Andreas, ſtellte auf einen vergol⸗ deten Tiſch in der Nähe des Fräuleins ein goldnes Tellerchen mit einem Kryſtallfläſchen und ging wieder hinaus, während 1 Dſchalma ſich dem Fräulein näherte. 3

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