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und ein Herz üm zu lieben. Dieſer Tag gibt mir ein himm⸗ liſches Glück. Du ſollſt dieſen Tag ſegnen. Was vermag ich für dich? Was verlangſt du? Gold? Du ſollſt Gold haben. Willſt du mehr als Gold? Willſt du einen Freund, deſſen
Freundſchaft dich tröſte und dich wieder gut mache, indem ſie
dich die Schmerzen vergeſſen läßt, welche dich böſe gemacht haben? Soll ich dieſer Freund ſein? Ich will es ſein, ob⸗ wohl ich eines Königs Sohn bin, ich will es trotz dem Böſen, — nein wegen des Böſen, das du mir gethan haſt. Ich will ein aufrichtiger Freund für dich ſein und mich glücklich ſchätzen mir ſagen zu können: „An dem Tag, wo der Engel mir geſagt hat, daß er mich liebte, iſt mein Glück groß ge⸗ weſen. Am Morgen hatte ich einen unverſöhnlichen Feind und am Abend hatte ſich ſein Haß in Freundſchaft verwandelt. Glaube mir, Faringhea, das Unglück macht die Menſchen böſe, das Glück macht ſie gut. Sei glücklich.“
In dieſem Augenblick ſchlug es zwei Uhr, — der Zeitpunkt zur Abfahrt zu Adrianen. Dſchalma zuckte zuſammen. Sein herrliches Geſicht, noch verſchönert durch den ſanften Ausdruck, den es im Geſpräch mit dem Meſtizen angenommen, ſchien durch einen himmliſchen Strahl verklärt zu ſein. Er trat zu Faringhea, reichte ihm mit anmuthiger Freundlichkeit die Hand und ſagte: „Deine Hand.“
Kalter Schweiß ſtand auf dem verzerrten Geſicht des Wür⸗ gers. Er ſchwankte einen Augenblick. Endlich überwältigt und bezaubert reichte er ſchaudernd dem Königsſohn die Rechte. Dſchalma drückte ſie herzlich und ſagte in der Weiſe ſeiner Heimath: „Du legſt ehrlich deine Hand in die Hand eines ehrlichen Freundes. Dieſe Hand ſoll ſtets offen für dich ſein. Lebe wohl, Faringhea. Jetzt fühl' ich mich würdiger, vor dem Engel niederzuknien.“
Dſchalma ging hinaus, um in den Wagen zu ſteigen. Faringhea war trotz ſeiner Wildheit, trotz ſeinem unbarmher⸗ zigen Haß gegen das Menſchengeſchlecht durch die edlen Worte
Dſchalmas aufs Tieſſte erſchüttert. Entſetzt ſagte er: „Ich
habe ſeine Hand berührt. Jetzt iſt er heilig für mich. — — Ja! — — Aber er iſt nicht heilig für den, welcher ihn laut
der mir heut Nacht gegebenen Antwort an der Thür dieſes
Hauſes erwarten ſoll.“


