Teil eines Werkes 
9. Band (1844)
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erholt und erwiderte: „Gnädiger Herr, Ihre erheuchelte Liebe zu dieſem Mädchen hat den Sieg davon getragen über die Kälte der — —.“

„Sage das nicht,“ unterbrach der Königsſohn in demſelben ſanften Ton. „Wenn ich dieß Glück genieße, welches mich mitleidig gegen dich macht und mich über mich ſelber erhebt, ſo liegt der Grund darin, daß das Fräulein von Cardoville jetzt weiß, daß ich keinen Augenblick aufgehört habe, ſie zu lieben, wie ſie geliebt werden muß — mit anbetender Ver⸗ ehrung. Du hingegen haſt mit deinen Rathſchlägen ſie mir für immer entfremden wollen, und faſt wär es dir gelungen.“

„Gnädiger Herr wenn Sie das von mir denken, ſo müſſen Sie mich für Ihren Todfeind halten.“

„Fürchte dich nicht, ſag' ich' dir. Ich habe kein Recht, dich zu tadeln. In der Raſerei des Schmerzes hab' ich dich an⸗ gehört und deine Rathſchläge befolgt. Ich war nicht der von dir Getäuſchte, — ich war dein Mitſchuldiger. Aber ſage mir, als du mich niedergeſchlagen und verzweifelnd in deiner Hand ſahſt, war es nicht grauſam von dir, mir das anzurathen was mein Verderben ſein konnte?“

„Mein glühender Eifer mag mich irre geleitet haben, gnä⸗ diger Herr.“

„Ich will dir glauben. Aber warum heute noch Anrei⸗ zungen zum Schlimmen? Du biſt erbarmungslos gegen mein Glück geweſen wie gegen mein Unglück. Der Wonnerauſch, in welchem du mich ſiehſt, flößt dir nur einen Wunſch ein: ihn in Verzweiflung zu verwandeln.“

„Mir, gnädiger Herr!“

„Ja, dir. Du haſt gedacht, wenn ich dein Rathſchlägen folgte, würde ich mich für immer in den Augen des Fräuleins entehren. Sag an, woher dieſer grimmige Haß? Nochmals: was hab' ich dir gethan?“

„Gnädiger Herr, — — Sie beurtheilen mich falſch — — und ich

„Höre mich an. Ich will, du ſollſt nicht mehr ein boshafter Verräther ſein. Ich will dich gut machen. In unſerm Land bezaubert man die gefährlichſten Schlangen und bändigt man Tiger. Nun ich will dich bändigen mit Güte, dich, der du

ein Menſch biſt, der du Verſtand haſt, um ihm zu fölgen,