Teil eines Werkes 
9. Band (1844)
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gebetete Sultan dieſes Mädchens, deſſen Schönbeit ganz Pa⸗ ris bewundert.“

Dſchalma ſchüttelte den Kopf mit der Miene hetzlichen Mitleids und ſagte nach einigen Augenblicken des Schwei⸗ gens mit ſanfter Stimme zu dem Meſtizen: „Warum ver⸗ räthſt du mich ſo? Warum räthſt du mir böslicher Weiſe, Gewalt, Schrecken, Ueberraſchung anzuwenden bei einem En⸗ gel der Reinheit, vor welchem ich Ehrfurcht habe, wie vor meiner Mutter? Iſt es dir nicht genug, daß du dich dem Dienſte meiner Feinde ergeben haſt, derer, welche mich von Java her verfolgt haben?“

Wenn Dſchalma mit flammendem Blick und gezücktem Dolch über ihn hergefallen wäre, ſo hätte der Meſtize kaum mehr überaſcht und erſchrocken ſein können, als jetzt, wo er den Prinzen ihm ſanft ſeinen Verrath vorwerfen hörte. Er fuhr einen Schritt zurück, als wollt' er ſich zur Wehr ſetzen. Dſchalma fuhr mit derſelben Sanftmuth fort: „Fürchte nichts. Geſtern würde ich dich getödtet haben; aber heute macht die glückliche Liebe mich billig und nachſichtig. Ich fühle Mitleid mit dir ohne Bitterkeit. Ich beklage dich. Du mußt ſehr

unglücklich geweſen ſein, daß du ſo boshaft geworden biſt.“

„Ich? gnädiger Herr?“ ſtotterte der Meſtize.

„Du mußt ſchwer gelitten haben, man muß ſehr unbarm⸗ herzig gegen dich geweſen ſein, armes Geſchöpf, daß du ſo erbarmungslos in deinem Haſſe biſt, und daß der Anblick eines Glücks, wie das meinige, dich nicht entwaffnet. Als ich dich eben anhörte, habe ich aufrichtiges Mitleid für dich gefühlt, indem ich die ſchreckliche Zähigkeit deines Haſſes ſah *

„Gnädiger Herr — —, ich weiß nicht — — — — Weiter konnte Faringhea nichts erwidern.

„Laß hören, was hab' ich dir zu Leide gethan?“

„Zu Leide? — — Durchaus nichts, gnädiger Herr.“

„Nun, warum haſſeſt du mich denn ſo? Warum willſt du

mit ſolcher Gier mein Unglück? War es nicht genug, daß du

mir den treuloſen Rath gabſt, eine ſchimpfliche Liebe zu dem Mädchen, welches du hieher gebracht haſt, zu heucheln? — zu dieſem Mädchen, welches, müde der ihr zugetheilten ſchmählichen Rolle, das Haus verlaſſen hat?“

Farihghea hatte ſich ein wenig von ſeiner Ueberraſchuug

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