Teil eines Werkes 
9. Band (1844)
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Dſchalma ſetzte ſich nieder, verbarg ſein Geſicht in beiden

Händen und ſchien ſich ganz in eine wohlthuende Betrach⸗

tung zu verſenken. Faringhea, durch ſeine zunehmende Un⸗ ruhe aufs Aeußerſte getrieben, wollte um jeden Preis die Aufmerkſamkeit des jungen Mannes auf ſich ziehen. Er

glaubte, die rechten Worte zur Erreichung dieſes Zwecks ge⸗ . funden zu haben, und ſprach ſie in langſamem, nachdrückli⸗

chem Ton: „Gnädiger Herr, Ihr Entzücken verdanken Sie — gewiß dem Fräulein von Cardoville.“

Bei dieſem Namen fuhr Dſchalma empor, ſtand auf, ſah den Meſtizen an, als ob er ihn jetzt erſt bemerkte, und ſagte

ruhig: Faringhea, du biſt da? Was willſt du?“ „Gnädiger Herr, Ihr treuer Diener theilt Ihre Freude.“ 3 „Welche Freude?“

„Ueber den Brief des Fräuleins von Cardodille.“ 3 Dſchalma ſchwieg und ſetzte ſich wieder. Aber ſein Auge ſtrahlte in ſo heiterer Wonne, daß der Meſtize ſich völlig

3 beruhigt fühlte. Nicht die geringſte Spur von Mißtrauen oder Zweifel war auf ſeinem Geſicht zu finden. Nach eini⸗ gen Augenblicken richtete der Jüngling ſeine Augen, in wel⸗ chen Freudenthränen glänzten, auf Faringhea und ſagte mit dem Ausdruck eines von Liebe und Glück überfließenden Her⸗ zen „O! das Glück! das Glück! Es iſt gut und groß wie Gott Es iſt Gott.“ „Gnädiger Herr, dieß Glück gebührte Ihnen nach ſo viel Leiden.“

„Leiden? Ja, vordem habe ich gelitten. Vordem bin ie n 4 8 ) 9

5 3 auch Kuf Java geweſen. Seitdem ſind Jahre vergangen.“ „Uebrigens wundert mich dieſer glückliche Erfolg nicht,“

fuhr der Würger fort. „Was hab ich Ihnen immer ge⸗ ſagt? Quälen Sie ſich nicht; heucheln Sie eine heftige Liebe zu einer Andern, und dieß ſtolze Mädchen. . . .4

Bei dieſen Worten warf Dſchalma einen ſo durchdringen⸗ den Blick auf den Würger, daß dieſer innehielt. Dann ſagte er im wohlwollendſten Ton: „Fahre fort. Ich höre dich an. Und das Kinn in ſeine Hand und den Ellenbogen auf das Knie ſtützend, heftete er abermals ſeinen Blick auf den Wür⸗ ger, aber mit einem ſolchen Ausdruck des Wohlwollens, daß dieſe Eiſenſeele durch eine Anwandlung von Reue verwirrt