ſein Anklopfen war nicht geöffnet worden. Obwohl es fpät in der Nacht war, hatte er ſchnell an Rodin den Beſuch Dupont's und deſſen vermuthlichen Zweck gemeldet, während Dſchalma die Stunden in einem Rauſch wonniger Hoffnungen zu⸗ brachte. Auch am Vormittag hatte er ihn nicht geſehn, denn Dſchalma, nachdem er am Morgen aufkurze Zeit zur Ruhe gegan⸗ gen war, hatte ſich allein angekleidet und den Meſtizen vergeb⸗ lich mehrmals leiſe an ſeiner Thür klopfen laſſen. Erſt ge⸗ gen halb ein Uhr hatte er geklingelt. Faringhea war er⸗ ſchienen und Dſchalma hatte ihm befohlen, ſeinen Wagen um halb zwei Uhr bereit zu halten. Bei Ertheilung dieſes Be⸗ fehls hatte Dſchalma den Würger nicht angeſehn, wie wenn er zu irgend einem andern Diener ſpräche. War das Miß⸗ trauen, Widerwille oder Zerſtreuung? So fragte ſich der Me⸗ ſtize mit ſteigender Angſt. Die Anſchläge, deren Haupt⸗ werkzeug er war, konnten durch den geringſten Argwohn Dſchalma's zu nichte gemacht werden.
„O, die Stunden — die Stunden! wie langſam ſind ſie!“ rief plötzlich der Jüngling mit gedämpfter, bebender Stimme.
Faringhea ergriff ſofort dieſe Gelegenheit, um ein Geſpräch anzuknüpfen und ſprach: „Die Stunden . . ſind ewig lang — haben Sie noch vorgeſtern geſagt.“ Beim Ausſprechen die⸗ ſer Worte ging er einige Schritt näher zu Dſchalma, um deſſen Aufmerkſamkeit auf ſich zu lenken. Da es ihm nicht gelang, ging er noch näher und fuhr fort: „Hoher Herr, Ihre Freude ſcheint ſehr groß zu ſein. Laſſen Sie Ihren armen, treuen Diener die Urſache davon wiſſen, damit er ſich mit Ihnen freuen kann.“
Dſchalma hörte vielleicht dieſe Worte, aber wie einen lee⸗ ren Schall, ohne auf den Sinn derſelben zu achten. Er ant⸗ wortete nicht. Seine großen, ſchwarzen Augen ſtarrten in den leeren Raum. Er ſchien anbetend eine bezaubernde Erſcheinung anzulächeln, die Hände auf der Bruſt gekreuz“ wie es in ſeiner Heimath beim Beten üblich iſt. Einige Au⸗ genblicke nach Faringhea's letzten Worten ſagte er laut für
ſich: „Wie viel Uhr mag's ſein?“ N
„Gnädiger Herr, es iſt bald zwei Uhr,“ antwortete Fa⸗ ringhea, der eigentlich nicht gefragt war.
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