„Und im entgegengeſetzten Fall, wenn Sie die andere Hälfte des Crucifires von Elfenbein erhalten, von der ich Ih⸗
.
nen die eine vorhingegeben — —
„Dann weiß ich, was das bedeutet, gnädiger Herr.“
„Suchen Sie fortwährend, ſein Vertrauen zu verdienen und zu erhalten,“
„Ich werde es verdienen und erhalten, gnädiger Herr, weil ich Bewunderung und Achtung fühle für dieſen Menſchen, der durch Geiſt, Muth und Willen mehr vermag als die Mächtigſten dieſer Welt. Ich bin ſmichi vor ihm nieder⸗ gekniet, wie vor einer der drei düſteren Geſtalten, welche zwiſchen Bohwanie und ihren Verehrern ſtehen; denn ſeine Religion, wie die meine, beſteht darin, das Leben in Nichts zu verwandeln.“
„Hm, hm!“ erwiederte der im Wagen in ziemlich verlege⸗ nem Ton, „ſolche Vergleichungen ſind unnütz und ungenau. Denken Sie nur daran, ihm zu gehorchen, ohne ſich zu fragen, warum.“
„Er ſpreche, und ich handle. Ich bin in ſeinen Händen wie eine Leiche — das iſt ſein Lieblingsausdruck. Er er⸗ ſieht meine Ergebenheit aus den Dienſten, die ich ihm bei Dſchalma geleiſtet habe und noch täglich leiſte. Er dürfte mir ſagen: Tödte — und dieſer Königsſohn . . . .“
„Nur ums Himmelswillen keine ſolche Gedanken“ un⸗ terbrach die Stimme aus der Kutſche. „Gottlob, man wird nie ſolche Beweiſe der Ergebenheit von Ihnen verlangen.“
„Was mir befohlen wird, thue ich. Bohwanie ſieht mich.“
„Ich zweifle nicht an Ihrem Eifer. Ich weiß, daß Sie eine lebendige, verſtändige Schranke bilden zwiſchen dem Prinzen und manchem verwerflichen Anliegen. Eben weil ich von Ihrem Eifer, Ihrer Gewandtheit in Umgarnung des jungen Indiers und von Ihrem blinden Gehorſam in Voll⸗ ziehung der Ihnen gegebenen Befehle gehört habe, wollt ich Sie von Allem unterrichten. Sie ſind der fanatiſche Anhänger
deſſen, dem Sie dienen. Das iſt recht, denn der Menſch muß der gehorſame Knecht des Gottes ſein, den er ſich wählt.“ „Ja, gnädiger Herr, ſo lang der Gott Gott bleibt.“ „Wir verſtehen uns vollkommen. Was Ihre Belohnung anlangt, ſo wiſſen Sie, was ich Ihnen verſprochen habe“


