Teil eines Werkes 
7. Band (1845)
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kann jetzt dieſe Angelegenheit leiten, nicht aber ausführen. . .. Ich muß verſchwinden, aber ſtets im Dunkeln wachen und alle Fäden in der Hand halten, welche — — ich allein — — bewegen — — kann.“

„Liebſter Pater,“ ſagte der Cardinal, beunruhigt durch den gepreßten Ton der letzten Worte Rodin's, „ich verſichere Sie, Sie ſind ernſtlich unwohl. Sie ſind bleich und werden gelb.“

„Möglich,“ erwiderte Rodin herzhaft; „aber ich laſſe mich durch eine ſolche Kleinigkeit nicht niederſchlagen. Alſo wieder auf unſere Geſchichte zu kommen, — Pater Aigrigny, jetzt iſt der Augenblick, wo Ihre Fähigkeiten (und daß ſie groß ſind, hab' ich nie geleugnet) mir ſehr zu Statten kommen können. Sie wiſſen zu gewinnen, zu bezaubern. Sie haben eine eindringliche Beredſamkeit. . . . Es wird nöthig ſein.. . .“

Rodin ſtockte abermals. Von ſeiner Stirn rann der kalte Schweiß. Die Füße verſagten ihm den Dienſt und trotz ſeiner hartnäckigen Willenskraft geſtand er: „Ich fühle mich wirklich nicht wohl. . . . Und doch war ich dieſen Morgen

ſo friſch wie nur je. . . . Ich zittre. . ich bin eiskalt.“

„Kommen Sie ein wenig näher ans Feuer,“ ſagte der ſchwitzende Biſchof, ihm mit heldenmüthiger Aufopferung den Arm reichend. „Das iſt eine plötzliche Uebelkeit, welche keine Folgen haben wird.“

„Wenn Sie ein warmes Getränk nähmen?“ rieth die Fürſtin. „Eine Taſſe Thee? — Glücklicher Weiſe muß Herr

Baleinier bald kommen. Er wird uns beruhigen . . über dieſe Unpäßlichkeit.“ „Das iſt wirklich. . . unerklärlich,“ ſagte der Cardinal.

Rodin, der ſich mühſam nach dem Feuer geſchleppt hatte, wandte ſich gegen den römiſchen Kirchenfürſten und ſah ihn eine Secunde lang ſcharf an mit einem ſonderbaren Blick. Während die Entſtellung ſeiner Züge ſichtlich zunahm, kämpfte ſeine unbeugſame Willenskraft noch immer gegen die zuneh⸗ mende Schwäche an. Er bemühte ſich ſeiner gebrochenen Stimme Feſtigkeit zu geben und ſagte: „Das Feuer hat mich wieder

erwärmt. Es wird nichts zu ſagen haben. Ich hätte jetzt

gerade knavpe Zeit, mich zu hätſcheln. . .. Wie ſich das treffen muß! . . . Krank zu werden in dem Augenblicke,

wo die Rennepont'ſche Sache nur durch mich gelingen kann!