Teil eines Werkes 
7. Band (1845)
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„Wenn der Weg, den Sie mit dieſer Familie eingeſchlagen haben, einer Rechtfertigung bedürfte, ſo läge ſie in dem, was Sie zuletzt geſagt haben, mein lieber Pater. Nicht allein nach dem Ausſpruch Ihrer Caſuiſten ſind Sie in Ihrem vol⸗ len Recht, ſondern in ihrem Thun liegt auch nichts nach menſchlichen Geſetzen tadelhaftes. Die göttlichen Geſetze aber beſagen: es iſt dem Herrn wohlgefällig, wenn man den Gottloſen bekämpft und zu Boden ſchlägt durch die Waffen, welche er uns gegen ſich in die Hand gibt.“

Auch Aigrigny war gleich den Uebrigen durch die teufliſche Zuverſicht Rodin's hingeriſſen und zu einer Art ſcheuer Be⸗ wunderung zurückgebracht. „Ich bekenne,“ ſagte er, „daß ich Unrecht hatte, an der geiſtigen Größe Ewr. Ehrwürden zu zweifeln. Ich habe mich durch den Schein täuſchen laſſen über den Werth der von Ihnen angewandten Mittel. Indem ich ſie einzeln betrachtete, konnte ich nicht die furchtbaren Wirkungen ermeſſen, die ſie in ihrem Zuſammenhang hervor⸗ gebracht haben. Jetzt ſehe ich: Dank Ihren Bemühungen iſt der Erfolg nicht mehr zweifelhaft.“

„Das iſt eine Uebertreibung!“ verſetzte Rodin in fieber⸗ hafter Aufregung. „Alle jene Leidenſchaften ſind jetzt in Gährung; aber der Augenblick iſt kritiſch. Gleich dem Alchy⸗ miſten über ſeinem Tiegel, in welchem eine Miſchung kocht, welche ihm den Tod oder unermeßliche Schätze geben kann, vermag nur ich allein in dieſer Stunde — — —“

Rodin konnte nicht ausreden. Er fuhr plötzlich mit beiden Händen an ſeine Stirn und ſtieß einen erſtickten Schrei des Schmerzes aus.

„Was fehlt Ihnen?“ fragte Aigrigny. Seit einigen Augen⸗ blicken werden Sie entſetzlich blaß.“

„Ich weiß nicht, was mir iſt,“ erwiderte Rodin mit ge⸗ dämpfter Stimme. „Mein Kopfſchmerz nimmt zu; eine Art Schwindel hat mich einen Augenblick betäubt.“

„Setzen Sie ſich,“ bat die Fürſtin theilnehmend.

„Nehmen Sie etwas zu ſich,“ fügte der Biſchof hinzu.

„Es wird vergehen,“ erwiderte Rodin, indem er ſeine Kräfte zuſammen nahm. „Ich bin, Gottlob, nicht weich ge backen. . . Ich habe dieſe Nacht wenig geſchlafen. Es iſt Ermüdung „ nichts weiter. Ich ſage alſo: Ich allein