Teil eines Werkes 
7. Band (1845)
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„Bordeaur und Kerez,“ antwortete die Fürſtin, erſtaunt über die plötzliche Lüſternheit Rodins.

Rodin nahm auf Gerathewohl eine Flaſche, ſchenkte ſich ein Glas Madeira ein und trank es in einem Zuge aus. Seit einigen Augenblicken hatte es ihn mehrmals ganz ſonderbar kalt überlaufen. Dem Schauder war eine gewiſſe Schwäche gefolgt, und im Wein hoffte er Stärkung zu finden. Nach⸗ dem er mit der Außenſeite ſeiner ſchmierigen Hand ſeine Lippen abgewiſcht, kehrte er an den Tiſch zurück und fragte den Marquis: „Was haben Sie mir in Bezug auf Herrn Hardy geſagt?“

Innerlich verletzt durch den gebieteriſchen Ton ſeines Vor⸗ geſetzten, wiederholte Aigrigny: „Ich habe geſagt: Da er in ſeinem Vermögen angegriffen iſt, wird er um ſo gieriger auf den fetten Biſſen der großen Erbſchaft ſein.“

„Herr Hardy und an's Geld denken!“ erwiderte Rodin achſelzuckend. „Denkt er denn überhaupt? Alles in ihm iſt gebrochen. Gleichgültig gegen die Dinge des Lebens liegt er in einer Betäubung, aus welcher er nur erwacht, um in Thränen zu zerfließen. Dann ſpricht er mit einer maſchinen⸗ mäßigen Güte zu denen, welche ihm die liebevollſte Sorgfalt widmen (und daß er in guten Händen iſt, dafür hab' ich geſorgt). Er fängt jetzt an, ſich erkenntlich zu zeigen für die ihm unausgeſetzt bewieſene zärtliche Theilnahme. Denn er iſt gut, vortrefflich, ſo vortrefflich wie ſchwach, und auf dieſe Vortrefflichkeit werd' ich Sie anweiſen, Pater Aigrigny, da⸗ mit Sie vollenden, was noch zu thun übrig iſt.“

„Mich?“ fragte der Marquis höchlich erſtaunt.

„Ja, und dann werden Sie ſehen, ob das Ergebniß, welches ich erlangt habe, — — — nicht bedeutend iſt — — und — — — Er fuhr mit der Hand über die Stirn und ſagte für ſich „Das iſt ſeltſam!“

„Was iſt Ihnen?“ fragte die Fürſtin. .

„Nichts,“ antwortete Rodin ſchaudernd. „Der Wein, den ich getrunken habe, — — ich bin nicht daran gewöhnt. Ich fühle ein wenig Kopfweh — — Es wird vergehen.“ 4.

„Ihre Augen ſind wirklich ſehr roth, lieber Pater, ſagte die Fürſtin. Mit ſeinem unheitlichen Lächeln erwiderte der Jeſuit:

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