Antwort des Abbé Gabriel. Ich habe ihm die letzten Dienſte geleiſtet, weil er in Betracht ſeines ſündigen Endes mehr als jeder Andere der Gebete der Kirche be⸗ durfte. Auch noch in der Nacht, welche ſeinem Begräbniß folgte, habe ich die göttliche Barmherzigkeit für ihn an⸗ gefleht.
Frage. Iſt es wahr, daß Sie heilige Gefäße von vergoldetem Silber und verſchiedenen Schmuck zurückge⸗ wieſen haben, welchen eines Ihrer Pfarrkinder in frommem Eifer Ihrer Pfartkirche ſchenken wollte?
Antwort. Ich habe dieſe Gefäße von vergoldetem
Silber und dieſen Schmuck zurückgewieſen, weil das Haus des Herrn immer demüthig und ohne Hoffart ſein ſoll, auf daß es ſtets die Gläubigen daran erinnere, wie der Erlöſer in einem Stall geboren worden iſt. Die Perſon, welche meiner Pfarrkirche dieſe unnützen Geſchenke machen wollte, habe ich aufgefordert, das Geld zu vernünftigen Almoſen anzuwenden, und habe ſie verſichert, dies würde dem Herrn wohlgefälliger ſein.“ „Ei das iſt ja eine heftige, bittere Declamation gegen die Verzierung der Tempel!“ rief der Cardinal. „Dieſer junge Prieſter iſt höchſt gefährlich. — Leſen Sie weiter lieber Pater. „Und in ſeinem Unwillen verſchlang Seine Eminenz raſch hinter einander mehre Erdbeeren-Fondanten.
„Frage. Iſt es wahr, daß Sie einen aus der Schweiz gebürtigen Proteſtanten, der in Ihrem Dorf wohnte, in Ihr Pfarrhaus aufgenommen und verpflegt haben? Iſt es wahr, daß Sie nicht allein keinen Verſuch gemacht haben, ihn zur römiſch⸗katholiſch⸗apoſtoliſchen Religion zu be⸗ kehren, ſondern daß Sie Ihre Pflicht ſogar ſo weit aus den Augen gefetzt haben, dieſen Ketzer auf der für die Mitglieder unſerer heiligen Kirche beſtimmten Ruheſtätte zu beerdigen?
Antwort. Einer meiner Brüder war ohne Obdach. Er hatte ehrlich und arbeitſam gelebt. Er war alt und ſeine Kräfte verließen ihn. Eine Krankheit kam hinzu.
Faſt ſterbend ward er aus ſeiner elenden Wohnung ge⸗ trieben von einem unbarmherzigen Menſchen, dem er ein Jahr Miethe ſchuldig war. Ich habe dieſen Greis in


