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heiligen und um das gemeine Volk zu zügeln. Und während die Advocaten, die Parlamentsmännchen und die Atheiſten der Univerſität Geſchrei ohnmächtigen Haſſes ausſtoßen, ſchließen ſich die wahrhaft chriſtlichen Seelen eng an einander wider die Gottloſigkeit. Bei meiner Durchreiſe durch Lyon bin ich tief gerührt worden Das iſt aber auch eine wahrhaft römiſche Stadt. Bruderſchaften, Büßer, Werke aller Art — nichts fehlt dort. Und was das Beßte iſt mehr als dreimalhundert⸗ tauſend Thaler Schenkungen an die Geiſtlichkeit in einem Jahr. O! Lyon iſt die würdige Hauptſtadt des katholiſchen Frankreichs. Dreimalhunderttauſend Thaler Schenkungen! Das macht die Gottloſen zu Schanden. Was ſagen dazu die Herren Philoſophen?“
„Leider,“ bemerkte Aigrigny, „Fleichen nicht alle franzö⸗ ſiſchen Städte der Stadt Lyon. Ich muß ſogar Ew. Eminenz aufmerkſam machen, daß ſich eine ſehr bedenkliche Erſcheinung zeigt. Einige Mitglieder der niederen Geiſtlichkeit laſſen ſich beigehen, gemeine Sache zu machen mit dem gemeinen Volk, deſſen Armuth und Entbehrungen ſie theilen, und ſtehen auf dem Punkt, im Namen der evangeliſchen Gleichheit wider die despotiſche Ariſtokratie der Biſchöfe, wie ſie es nennen, zu proteſtiren.“
„Wenn ſie dieſe Verwegenheit hätten,“ rief der Cardinal, „dann wäre keine Interdietion, keine Strafe ſchwer genug gegen ſolche Rebellion.“ *)
„Sie wagen noch mehr,“ fuhr der Margquis fort. „Einige gehen mit dem Gedanken an ein Schisma um, mit dem Vor ſatz, zu begehren, daß die franzöſiſche Kirche ganz von Rom getrennt werde, unter dem Vorwand, daß der Ultramontanis mus die urſprüngliche Reinheit der Lehre Jeſu getrübt habe. Ein junger Prieſter, der erſt Miſſionär war und jetzt Land⸗ pfarrer iſt, der Abbé Gabriel von Rennepont, den ich durch ſeine Vorgeſetzten nach Paris habe entbieten laſſe Mittelpunkt einer Art Propaganda gemacht. Pfarrer in ſeiner Nachbarſchaft verſammelt und i ſeits zwar empfohlen, ihren Biſchöfen durchaus zu gehorchen,
) Darum hört man auch ſo oft die erbauliche Redensart: Herrn⸗ geſetz geht vor Gottesgeſetz.


