Teil eines Werkes 
7. Band (1845)
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Dies biſchöfliche Späßchen ward mit vergnügtem Lachen aufgenommen. Nach einigen Augenblicken nahm der Pater Aigrigny ernſthaft das Wort und ſprach zu dem Cardinal: „Wenn man nicht ſcharfes Aufſehen hätte, ſo würde die niedere Geiſtlichkeit vom Gallicanismus angeſteckt werden und von Gedanken der Auflehnung gegen das, was ſie den Des⸗ potismus der Biſchöfe nennt. Ein Beiſpiel davon iſt der Abbé Gabriel, wie ich Ewr. Eminenz beweiſen werde.“

„Dem zu begegnen,“ erwiderte der Cardinal in barſchem Ton, „müſſen die Biſchöfe ihre Strenge verdoppeln und ſtets bedenken, daß ſie vor allen Dingen Römer und dann erſt Franzoſen ſind. Denn in Frankreich repräſentiren ſie Rom, den heiligen Vater und die Intereſſen der Kirche, wie ein

Geſandter in einem fremden Land ſein Land, ſeinen Herrn

und die Intereſſen ſeiner Nation repräſentirt.“

„Das iſt ſonnenklar,“ bemerkte der Pater Aigrigny. „Hoffen wir nun, daß der kräftige Anſtoß, welchen Ew. Eminenz dem Epiſcopat gegeben, uns die Unterrichtsfreiheit verſchaffen wird. Alsdann werden wir anſtatt junger Franzoſen, welche von Philoſophie und einfältigem Patriotismus angeſteckt ſind, gute römiſche Katholiken haben, die, hübſch gehorſam und in der Zucht gehalten, die ergebenen Unterthanen unſers heiligen Vaters werden.“

„Und ſo,“ fügte der belgiſche Biſchof lächelnd hinzu, „würde nach Ablauf einer gewiſſen Zeit unſer heiliger Vater, ange⸗ nommen, er wollte die Katholiken Frankreichs ihres Gehor⸗ ſams gegen die beſtehende weltliche Macht entbinden, einer andern Macht, welche er anerkennen würde, eine bedeutende, feſt zuſammenhaltende katholiſche Partei ſichern können.“

Der dicke Biſchof hielt inne, wiſchte ſich die Stirne ab und ſuchte ein wenig Sibirien in einer der Kannen mit Eis⸗ Chocolate.

Die Fürſtin äußerte lächelnd: „Für ein ſolches Geſchenk zeigt ſich eine Macht ſtets dankbar und bewilligt der Kirche große Freiheiten.“

„Und ſo,“ meinte der Cardinal, „nimmt die Kirche wieder

den Platz ein, welchen ſie einnehmen muß und in Frankreich

leider nicht einnimmt in dieſen Zeiten der Gottloſigkeit und der Anarchie. Glücklicher Weiſe bin ich unterwegs mit vielen