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„Er wird heute kommen?“
„Er hat uns hr wichtige Sachen mitzutheilen. Er hat gewünſcht, daß der Herr Cardinal und dy Herr Biſchof zu⸗ gegen ſein möchten bei der Beſprechung. Beide ſind, in ihrer Eigenſchaft als Affiliirte, zu Rom von dem Pater General mit der Sachlage bekannt gemacht worden.“
Die Fürſtin klingelte, und gab ihre Befehle. Dann trat ſie zu dem Cardinal und ſagte ihm im Tone der liebreichſten Sorgfalt: „Ew. Eminenz fängt doch hoffentlich an, warm zu werden? Will Ew. Eminenz eine Wärmflaſche unter die Füße? Wünſcht Ew. Eminenz, daß das Feuer ſtärker ge⸗ macht werde?“
Bei dieſem Vorſchlag ſtieß der brabanter Biſchof, welcher ſeine ſchweißtriefende Stirn abwiſchte, einen verzweifelten Seufzer aus. Der Cardinal aber erwiderte in ſehr gutem Franzöſiſch mit einer unerträglichen italiäniſchen Ausſprache: „Tauſend Dank, Frau Fürſtin. Ich bin wahrhaftig beſchämt über ſo viel Güte.“
„Will Ew. Hochwürden Gnaden nichts annehmen?“ fragte die Fürſtin den Biſchof, indem ſie auf das Büffet deutete.
„Frau Fürſtin, wenn Sie erlauben, werd' ich ein wenig Eiskaffee nehmen.“
Sprach's und nahm einen vorſichtigen Umweg, ſo daß er zu dem Imbiß gelangte, ohne an dem Kamin vorbeizukommen.
„Und will Ew. Eminenz nicht eine dieſer Auſterpaſtetchen nehmen? Sie ſind heiß.“
„Ich kenne ſie ſchon, Frau Fürſtin,“ erwiderte der Cardinal, mit der ſüßen Miene eines Gutſchmeckers ſchmatzend; „ſie ſind erquiſit, und ich widerſtehe nicht.“
„Welchen Wein kann ich die Ehre haben Ewr. Eminenz anzubieten?“ fragte die Fürſtin weiter mit Anmuth.
„Ein wenig Bordeaur, gnädige Frau, wenn Sie wollen.“
Der Marquis von Aigrignv wollte dem Cardinal einſchen⸗ ken, aber die Fürſtin machte ihm dies Glück ſtreitig. Während der Kirchenfürſt ernſthaft die Auſterpaſtetchen koſtete, ſagte Aigrigny zu ihm: „Ich habe nicht geglaubt, den Herrn Bi⸗ ſchof von Mogador, den Herrn Erzbiſchof von Nanterre noch auch unſere heilige Mutter Perpetna, Oberin des Sanct Marienkloſters heut hieher berufen zu dürfen, da die


