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von Kirſchzucker, geſchmückt mit Schnüren von braunem Jucker, hinzugefügt hatte. Das Hauptſtück dieſes römiſchen Zucker⸗ werks, das Meiſterſtück des Küchenmeiſters der Frau von St. Dizier war ein prächtiges Kreuz von eingemachter Engel⸗ wurz mit verzuckertem Kranz von Sauerdorn. *)
Solch ſeltſamer Mißbrauch mit dem Heiligen empört mit Recht ſelbſt nicht frömmelnde Leute. Allein ſeit der ſcham⸗ loſen Gaukelet mit dem Rock zu Trier bis zu dem unver⸗ ſchämten Scherz mit der Reliquie zu Argenton ſcheinen die Frommen von dem Schlag der Fürſtin von St. Dizier es ſich zur Aufgabe zu machen, mit ihrem Eifer ehrwürdige Ueberlieferungen ins Lächerliche zu ziehen.
Nachdem die Frau von Saint Dizier einen höchſt zufriedenen Blick auf den bereit ſtehenden Imbiß geworfen, deutete ſie auf den für den Vorſitzer beſtimmten goldnen Stuhl und fragte ihre Kammerfrau: „Iſt mein Fußwärmer unter den Tiſch geſtellt, damit S. Eminenz Ihre Füße hineinſtellen kann? Er klagt immer über Kälte.“
Frau Grivvis ſah unter den Tiſch und antwortete: „Ja, Frau Fürſtin, der Fußwärmer iſt da.“
„Sorgen Sie auch, daß eine zinnerne Wärmflaſche mit heißem Waſſer gefüllt wird für den Fall, daß S. Eminens an dem Bärenfell in dem Käſtchen nicht genug hätte, um ſeine Füße zu wärmen.“
„Ja, Frau Fürſtin.“
„Legen Sie auch noch Holz an.“
„Aber, gnädige Frau! es iſt ja eine wahre Höllengluth! Sehen Sie doch nur! Wenn S. Eminenz ewig friert, ſo iſt es Sr. Biſchöflichen Gnaden Herrn von Halfagen immer zu warm. Dieſer Herr ſchwitzt immer.“
¹) Eine vollkommen glaubwürdige Perſon hat uns verſichert, einem Feſtſchmaus bei einem hohen Prälaten beigewohnt und beim Deſſert eine ſolche Schauſtellung geſehen zu haben. Die bezeichnete Perſon äußerte gegen den Prälaten; „Hochwürdigſter Herr, ich dächte, man genießt den Leib des Herrn unter beiderlei Geſtalt, aber nicht unter Engelwurz.“ — Indeß muß der Wahrheit zur Steuer geſagt werden, daß dies aßoſtoliſche Zuckerwerk nicht von dem Prälaten angegeben war, ſondern von demetwas übertriebenen Katholicismus einer frommen Dame, welche im Haus Sr. Hoch würden Gnaden viel zu ſagen hatte.


