Teil eines Werkes 
7. Band (1845)
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ſich gab ihre letzten Befehle in Betreff einiger Vorbereitungen, welche in einem großen Saal gemacht wurden. In der Mitte dieſes Gemachs ſtand ein großer runder Tiſch, bedeckt mit einem Teppich von karmeſinrothem Sammt und umgeben von mehren Stühlen, in deren Mitte auf dem Ehrenplatz man einen Seſſel von vergoldetem Holz bemerkte.

In einer der Ecken des Saals in der Nähe des Kamins⸗ in welchem ein treffliches Feuer brannte, ſtand eine Art Büffet, welches in der Eile hergerichtet war. Auf demſelben erblickte man die mannigfachen Beſtandtheile eines überaus leckeren, ausgeſuchten Imbiſſes. Auf ſilbernen Schüſſeln er⸗ hoben ſich Pyramiden von Sandwich aus Karpfenmilch mit Anchovibutter, dünnen Schnitichen von marinirtem Thunſiſch und Perigordtrüffeln (es war Faſtenzeit). Ferner dampften auf Spirituslampen Vißlein von Krebsſchwänzen aus der Moſel in gekochtem Rahm und ſchienen in ihren goldnen Schuppenpanzern an Trefflichkeit zu wetteifern mit Auſtern⸗ paſtetchen von Marennes, gedämpft in Maderawein und ge⸗ ſchärft mit Gehacktem von Stör mit vier Gewürzen.

Neben den gehaltvolleren Werken der Kochkunſt ſtanden leichtere: kleine aufgeblähte Ananasbiscuits, Erdbeeren⸗Fon⸗ dantes, ein ſeltner Neurath, Drangengelées in der ganzen kunſtvoll ausgeleerten Schale dieſer Früchte Gleich Rubinen und Topaſen funkelten in großen Kryſtallflaſchen die Weine von Bordeaur, von Madera und von Alicante. Der Cham⸗ pagner und in zwei Kannen Lon Sövresporcellan der Milch⸗ kaffee und die Chocolate mit Ambraxanille ſtanden wie Scher⸗ bet in einem großem mit Eis gefülltem Kühlbecken von eiſe⸗ lirtem Silber⸗ 3

Was aber dieſem leckeren Imbiß einen abſonderlich appſtv⸗ liſchen und römiſchen Character gab, waren gewiſſe Erzeug⸗ niſſe der heiligen ¹) Zuckerbäckerkunſt. Man bemerkte aller⸗ liebſte kleine Ealvarienberge von Aprikoſenpaſteten, Biſchofs⸗ mützen in Zucker geröſtet, Hirtenſtäbe von Marzipan, wozu die Fürſtin mit zarter Aufmerkſamkeit ein Cardinalshütchen

*) Heilig iſt hier natürlich nicht ein ironiſches Epitheton perpe⸗ tuum, ſondern nach Analogie der „heiligen Kunſt“ bezeichnet es „heilige Gegenſtände“ darſtellend.