„Gehe! Gehe!“
„Der Boden flieht immer hinter mir. Schon das Thor der Stadt! — O Herr! noch iſt's Zeit. Gnade für dieſe ſchla⸗ fende Stadt! Möge ſie nicht jetzt geweckt werden dnrch den Schrei des Entſetzens, der Verzweiflung und des Todes! — Herr, ich berühre die Schwelle des Thores! Du willſt es alſo! — Paris, es iſt um dich geſchehen! Die Plage iſt in deinem Innern! — Ach! verflucht — immer noch verflucht!“
„Gehe! Gehe! Gehe!“
Elftes Kapitei. De m 5i ß.
An dem Tag nach der Nacht, in welcher der unheimliche Wanderer von der Höhe des Montmartre herab nach Paris gekommen war, herrſchte große Regſamkeit im Hötel St. Dizier.
Es war kaum Mittag, und doch war die Fürſtin zwar nicht geputzt — dazu hatte ſie zu viel Geſchmack — aber doch mit größerer Sorgfalt gekleidet als gewöhnlich. Ihre blonden Haare anſtatt flach und glatt an den Schläfen zu liegen, bildeten zwei krauſe Büſchel, welche ſehr gut ſtanden zu ihren fetten blühenden Wangen. Ihre Haube war mit friſchen roſenrothen Bändern beſetzt. Sah man die Frau von St. Dizier faſt ſchlank und durchgebogen daſtehn in ihrem grauen Mohrkleid, ſo errieth man, daß Frau Grivois die Hülfe und die Kraftentwickelung noch einer andern Kammer⸗
frau hatte in Anſpruch nehmen müſſen, um die auffallende
Schmälerung der vollen Taille der Herrin glücklich zu Stande ju bringen. Die erhauliche Urſache dieſes leichten Wiederauf⸗ lebens weltlicher Koketterie werden wir Pald angeben. 3 Fürſtin mit ihrer Haushälterin Frau Grivois hinter n.


