Teil eines Werkes 
7. Band (1845)
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Schluchzen, welches von der Erde aufſteigt zu dir, o Herr? Erbarmen für Alle und für mich!¹)

„Möcht' ich einen Tag, nur einen Tag, die Abkömmlinge meiner Schweſter vereinigen können, und ſie würden gerettet.“

Bei dieſen Worten fiel der Wanderer auf die Knie und erhob flehend die Hände gen Himmel. Plötzlich heulte der Wind mit verdoppelter Heftigkeit und verwandelte ſich in einen Sturm Der Wanderer erbebte und rief voll Ent⸗ ſetzen: „Herr! Der Wind heult voll Wuth, und ſein Wirbel ſcheint mich aufzuheben. Herr! wirſt du meine Bitte nicht erhören? — Das Geſpenſt! das Geſpenſt! da iſt's. Sein grüngelbes Geſicht iſt von Zuckungen verzerrt, ſeine rothen Augen drehen ſich in ihren Höhlen. — Hinweg! hinweg! — O, ſeine eiſige Hand hat die meine erfaßt! Erbarmen, Herr!“

„Gehe!“

„O Herr! Dieſe ſchreckliche Geißel auch in dieſe Stadt zu bringen! Meine Brüder werden zuerſt umkommen, ſie, die ſo elend ſind! Gnade!“

„Gehe!“ „Und die Abkömmlinge meiner Schweſter . .. Gnade! Gnade!“

„Ge P

„O Herr, Erbarmen! Ich kann mich nicht mehr auf dem Das Geſpenſt zieht mich über den Abhang dieſes Hügels hinab! Mein Gang iſt reißend wie der Todes⸗ wind hinter mir. Schon ſeh' ich die Mauern der Stadt. O, Erbarmen, Herr! für die Abkömmlinge meiner Schweſter! Verſchone ſie. Mache, daß ich nicht ihr Mörder werde, und daß ſie über ihre Feinde ſiegen!“

¹) Im Jahr 1346 verwüſtete der berüchtigte ſchwarze Tod den Ervkreis. Er zeigte dieſelben Symptome wie die, Cholera und die⸗ ſelbe unerklärliche Erſcheinung eines in Tagmärſchen auf einem gegebenen Weg fortſchreitenden Ganges. Im Jahr 1660 hat eine andere entſprechende Epidemie die Welt gezehntet. — Man weiß, daß die Cholera mit Unterbrechung ihres gleichmäßigen Vorrückens gleichſam in einem ungeheuren unerklärlichen Sprung Poris er⸗ reicht hat, und man wird ſich erinnern, daß während der größten Verwüſtüngen der Cholera ſtets der Nordoſtwind geweht hat.

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