Adriana's und Dſchalma's wußte, betrachtete mit Verwunde⸗ rung und Neugier den Grafen und das Fräulein. Der Graf lehnte ſich zum Schlag hinaus, ſtreckte ſeine beiden Hände nach dem Mädchen hin und ſagte: „Gib mir deine beiden Hände, Kleine!“ Das Kind war erſtaut, gehorchte aber. Der Graf faßte es bei den Handgelenken und hob es geſchickt herein, was bei der Niedrigkeit der Kaleſche und dem lang⸗ ſamen Schritt der Pferde nicht ſehr ſchwer war. Das Mäd⸗ chen wußte nicht, wie ihm geſchah und konnte keine Silbe hervorbringen. Adriana und die Marquiſe rückten auseinander, ſchoben das Mädchen in den Zwiſchenraum und verſteckten es unter den Falten ihrer langen Shawls. Das alles ging ſo ſchnell vor ſich, daß kaum ein und der andere Luſtwandler in den Nebenalleen die Entführung bemerkte. „Jetzt raſch fort mit unſerer Beute, lieber Graf!“ rief Adriana freudeſtrahlend. Der Herr von Montbron erhob ſich ein wenig und rief den Jockeys zu: „Ins Hötel!“ Die vier Pferde ſetzten ſich in ſcharfen Trab.
Adriana dachte: „Mir däucht dieſer Glückstag jetzt geheiligt und mein Lurus entſchuldigt. Bis ich die arme Mayeur
wiederfinde, ſoll ihr Platz wenigſtens nicht leer ſein. Von heut an ſoll auf allen Wegen nach ihr geforſcht werden.“
Während dem Fräulein dieſer gute Gedanke an die Mayeur kam, bemerkte man einen großen Zuſammenlauf in einer Nebenallee.
„Onkel!“ ſagte die Marquiſe, „ſehen Sie einmal, wie ſich die Leute dort verſammeln. Was mag das ſein. Sollten wir nicht anhalten und fragen laſſen?“
„Liebes Kind,“ erwiderte der Graf, ſeine Uhr heraus⸗ ziehend, „ich bedaure, daß Ihre Neugier nicht befriedigt wer⸗ den kann. Es iſt bald ſechs Uhr; die Vorſtellung der wilden Thiere füngt um acht an; da behalten wir kaum Zeit nach Haus zu fahren und zu ſpeiſen. — Meinen Sie nicht, liebes Kind?“ fragte er Adrianen.
„Was meinen Sie, Julie?“ ſagte das Fräulein.
„Mein Onkel hat Recht, “antwortete die Marquiſe.
„Ich werde Ihnen um ſo mehr Dank wiſſen, wenn Sie uns nM aufho gte der Graf, „da ich, wenn ich Sie


