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halb welker Veilchen, und in demſelben Augenblick hörte ſie die Stimme eines Kindes, welches der Kaleſche nachlief und bat: „Sein Sie barmherzig, liebe Dame! ſchenken Sie mir einen kleinen Sou!“
Adriana ſah zurück und erblickte ein kleines, blaſſes, abge magertes, in Lumpen gehülltes Mädchen mit gutmüthigem betrübtem Geſicht, welches mit flehendem Blick die Hand ausſtreckte. Dieſer ſcharfe Gegenſatz des äußerſten Elends und des Ueberfluſſes auf dieſem Schauplatz des Lurus war ſo gewöhnlich, daß er nicht auffiel. Dennoch wurde Adriana von demſelben ergriffen, um ſo mehr, da ihr eben die Mayeur tiel⸗ welche jetzt vielleicht im tiefſten Elend ſchmachtete. „Dieſer Tag ſoll nicht für mich allein ein Tag des Glücks ſein!“ dachte ſie, neigte ſich zum Schlag hinaus und fragte das Mädchen: „Haſt du eine Mutter, mein Kind?“
„Nein, Madame, ich habe weder Vater noch Mutter mehr.“
„Wer ſorgt für dich?“
„Niemand, Madame. Ich bekomme Sträußer zu verkaufen und muß dafür Sous nach Haus bringen. Wo nicht, ſo bekomm' ich Schläge.“
„Armes Kind!“
„Einen Sou, liebe Dame! Sein Sie ſo barmherzig!“ rief das Mädchen der im Schritt fahrenden Kaleſche folgend.
„Lieber Graf,“ ſagte Adriana lächelnd zum Herrn von Montbron, „Sie haben, Gott ſei's geklagt! nicht Ihre erſte Entführung zu verſuchen. Lehnen ſie ſich zum Schlag hin⸗ aus, laſſen Sie ſich die beiden Hände des Kindes geben und heben Sie es flugs herein. Wir verſtecken es zwiſchen mir und der Frau von Morinval und verlaſſen den Platz, ohne daß jemand den verwegenen Mädchenraub bemerkt.“
„Wie? 2“ fragte der Graf betroffen. „Sie wollen — —2“
„Ja, ich bitte Sie darum.“
„Welche Tollheit!“
ei hätten Sie dieſen Einfall als Tollheit behandeln dürfen, aber heute — heute müſſen Sie begreifen, daß es faſt eine Pflicht iſt.“
„Ja, ich begreif' es, gutes, edles een der ate Herr ir der Liebe


