deckt, dem Haſſe trotzt. Das göttliche Licht, welches zwei liebende Herzen umſtrahlt, genügt, alle Finſterniß zu zer⸗ ſtreuen, alle Schlingen zu entdecken. Sehen Sie, in Indien Entſchuldigen Sie dieſe Schwiche; ich ſpreche gern von Indien) in Indien zünden die Reiſenden, um bei Nacht ſicher zu ſein, ein ſtarkes Feuer an um ihren Ajupa (entſchuldigen Sie auch dieſe locale Bezeichnung); und ſoweit ſich der Licht⸗ ſchimmer erſtreckt, ſcheucht er lediglich durch ſeine Helle alles giftige Gewürm hinweg, welches vor dem Licht erſchrickt und nur in der Finſterniß lebt.“
„Der Sinn dieſer Vergleichung entgeht mir bis jetzt noch,“ verſicherte Rodin, fortwährend ſeine Daumen drehend und ſeine immer röther werdenden Augenlieder halb aufſchlagend.
„Ich will deutlicher reden,“ ſagte Adriana lächelnd. „Den⸗ ken Sie ſich, den letzten Dienſt, welchen Sie mir und dem Prinzen geleiſtet haben (denn Ihr Thun beſteht aus lauter Dienſtleiſtungen, ein ganz neues und geſchicktes Verfahren!) — alſo denken Sie ſich, dieſen letzten Dienſt erkenne ich an — —“
„Bravv, liebes Kind!“ rief der Graf entzückt; die Züchti⸗ gung wird vollſtändig.
„Ah! das iſt eine Züchtigung!“ ſagte Rodin mit ſeiner bisherigen Gleichgültigkeit.
„Nein,“ entgegnete Adriana lächelnd, „es iſt bloß eine Unterredung zwiſchen einem unbedeutenden jungen Mädchen und einem alten Philoſophen, der das Gute liebt. Nehmen Sie alſo an, die vielfachen Dienſte, welche Sie mir und den Meinigen geleiſtet haben, hätten mir plötzlich die Augen geöffnet, oder vielmehr,“ fuhr Adriana in ernſtem Tone fort,⸗ „nehmen Sie an, Gott, der der Mutter den Trieb einge⸗ pflanzt hatte, ihr Kind zu habe mir mit meinem Glück den Trieb verliehen, dies Glück zu erhalten, und eine gewiſſe Ahnung, welche Licht auf tauſend mir bisher dunkle Umſtände warf, habe mir plötzlich offenbart, daß Sie, an⸗ ſtatt mein Freund zu ſein, vielleicht der gſüligjie Feind für mich und für meine Familie ſind.“
„Alſo,“ bemerkte Rodin mit unerſchütterlicher ue „von der Züchtiguug kominen wir auf Vorausſetzungen“


