Teil eines Werkes 
7. Band (1845)
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Sorgfalt ſich nicht bloß auf mich erſtreckt hat. Durch Sie ſind dem Marſchall Simon ſeine Töchter wieder zugeführt worden. Aber man darf doch wohl annehmen, daß eine Klage, welche der Herr Marſchall, Herzog von Ligny in Betreff ſeiner Kinder angebracht hätte, nicht erfolglos geblieben ſein würde. 3 Sie ſind ſogar ſo weit gegangen, einem alten Soldaten ſein kaiſerliches Kreuz, eine für ihn wahrhaft heilige Reliquie wieder zuzuſtellen. Das iſt ſehr rührend. Sie haben endlich den Abbé Aigrigny und den Doetor Baleinier entlarvt. Aber ich ſelber war entſchloſſen, dieſelben zu entlarven. Das Alles beweiſt übrigens, daß Sie nicht auf den Kopf gefallen ſind. —“ .

„Ach! Fräulein!“ ſagte Rodin demüthig.

„Ein Mann voll von der Gabe, Mittel und Wege zu finden — —.“

„Ach! Fräulein!“

„Meine Schuld iſt es nicht, wenn Sie in unſerer langen Unterredung bei Herrn Baleinier dieſe Ueberlegenheit ver⸗ rathen haben, die, ich geſtehe es, einen tiefen Eindruck auf mich gemacht hat, und welche Sie jetzt in Verlegenheit zu ſetzen ſcheint. Es iſt eben ſchwer für einen feinen Kopf, wie

Sie, das Incognito zu bewahren. Indeß da es möglich wäre, 3 daß wir auf verſchiedenen, ſehr verſchiedenen Wegen demſelben Ziele zuſteuern (laut unſerm Geſpräch bei Herrn Baleinier),

ſo will unſerer zukünftigen Gemeinſchaft, wie Sie ſagten, zu Gefallen Ihnen einen Rath geben und offen mit Ihnen ſprechen.“ Rodin hatte mit ſcheinbarer Ruhe das Fräulein angehört. Den Gut unterm Arm, die Hände auf der Bruſt gefaltet, drehte er die Daumen um einander herum. Das einzige äußere Zeichen, der durch Adriana's Worten ihm eingejagten Angſt — beſtand darin, daß ſeine heuchleriſch niedergeſchlagenen Augen⸗ lieder ihre gewöhnliche Leichenfarbe verloren und roth wur⸗ den Seine Stimme blieb jedoch feſt, indem er mit einer tiefen Verbeugung bemerkte: „Ein guter Rath und ein offenes Wort ſind immer dankenswerth.“ „Sehen Sie,“ fuhr Adriana etwas aufgeregt fort, „die glückliche Liebe verleiht ſolchen Scharfbtick, ſolche Kraft, ſol⸗ 4 chen Muth, daß man der Gefahren ſpottet, Hinterhalte ent⸗