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müſſen Sie mir erlauben, einige Thatſachen hervorzuheben. Die Mayeur war mir mit Leib und Seel ergeben. Sie hatte mir unwiderſprechliche Beweiſe von Anhänglichkeit ge⸗ geben; ihr Verſtand kam ihrem edlen Herzen gleich. Aber vor Ihnen hatte ſie eine unüberwindliche Scheu. Plötzlich verſchwindet ſie geheimnißvoll aus meinem Hauſe, und an Ihnen lag es nicht, wenn ich nicht den abſcheulichſten Arg⸗ wohn gegen Sie gefaßt habe. Der Herr von Montbron hegt für mich eine väterliche Zuneigung und, ich muß es geſtehen, wenig Wohlgefallen an Ihnen. Und Sie haben ſich bemüht, Mißtrauen zwiſchen mir und ihm zu ſäen. Der Prinz Dſchalma endlich faßt eine heftige Neigung zu mir, und Sie wenden eine wahre Schurkerei an, um dieſe Neigung zu vernichten. Welchen Zweck Sie bei dieſem Thun haben, weiß ich nicht. Gewiß aber iſt dieſer Zweck zu meinem Nachtheil.“
Rodin nahm einen ſtrengen Ton an und verſetzte: „Es ſcheint, Fräulein, mit Ihrem Rechtwiſſen verbindet ſich das Vergeſſen geleiſteter Dienſte.“
„Ich ſtelle nicht in Abrede, daß Sie mich aus dem Hauſe des Doctor Baleinier gebracht haben; indeß wäre ich jeden⸗ falls einige Tage ſpäter durch Herrn von Montbron befreit worden.“
„Sie haben Recht, liebes Kind,“ bemerkte der Graf. Es wäre wohl möglich, daß man ſich ein Verdienſt hätte er⸗ werben wollen mit dem, was bald nothwendig durch Ihre wahren Freunde hätte geſchehen müſſen.“
„Sie ſind am Ertrinken, und ich rette Sie,“ ſagte Rodin im Ton gekränkter Redlichkeit. „Sie ſind mir dankbar da⸗ für? — — Ei nein! Ein anderer Vorübergehender würde Sie gewiß ſpäter gerettet haben.“
„Die Vergleichung iſt nicht ganz genau,“ erwiderte Adriana lächelnd. „Ein Krankenhaus iſt kein Fluß, und obwohl ich Sie jetzt für ganz fähig halte, unter dem Waſſer zu ſchwim⸗ men, ſo iſt Ihnen doch in dieſem Fall das Schwimmen von keinem Nutzen geweſen. Sie haben mir eine Thür geöffnet, welche ſich unfehlbar ſpäter hätte öffnen müſſen.“
„Sehr gut, liebes Kind!“ rief der Graf, laut auflachend über dieſe Antwort.
„Ich weiß,“ fuhr Adriana fort, „daß Ihre ausgezeichnete


