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thum in dem, was Sie mir die Ehre erweiſen, mir kund zu thun. In meinem Leben habe ich kein Wort geſprochen von
dem übrigens ſehr achtbaren Gefühl, welches Sie für den
Prinzen Dſchalma hätten hegen können.“
„Allerdings,“ entgegnete Adriana. „Mit überaus gewiſſen⸗ hafter Behutſamkeit haben Sie, als Sie mir von der hefti⸗ tigen Liebe ſprachen, welche der Prinz hegte, die zarte Zurück⸗ haltung ſo weit getrieben, daß Sie ſagten, ich ſei nicht Die⸗ jenige, welche er liebte.“
„Und dieſelbe Gewiſſenhaftigkeit,“ ſagte der Graf, „hat Sie beſtimmt, dem Prinzen zu ſagen, daß das Fräulein von Cardoville jemand anders liebte, als ihn.“
„Herr Graf,“ erwiderte Rodin trocken, „ich ſollte nicht nöthig haben, Ihnen zu bemerken, daß ich mich ſehr wenig vermüßigt finde, mich in Liebeshändel zu miſchen.“
„Eh!“ verſetzte der Graf in beleidigendem Ton, „das iſt Beſcheidendeit oder Eitelkeit. — Bedenken Sie doch Ihren Vortheil und ſchießen Sie keinen ſolchen Bock! Wenn man
Sie nun beim Wort nähme? Wenn das ruchbar würde?
Werfen Sie doch nicht ſo die ehrlichen Geſchäftchen weg, die Sie treiben!“
Rodin nahm denſelben Ton an wie der Graf und erwiderte: „Ein ſchweres Geſchäft lerne ich bei Ihnen, Herr Graf, näm⸗ lich Ihr Zuhörer zu ſein.“ 3
„Was?“ rief der Graf verachtungsvoll. „Wiſſen Sie denn
nicht, daß es allerlei Mittel gibt, unverſchämte Spitzbuben zu züchtigen?“
„Lieber Graf!“ ſagte Adriana im Ton des Vorwurfs.
Rodin erwiderte mit vollkommener Ruhe: „Herr Graf, ich ſehe nicht ab, erſtens, welcher Muth darin liegt, einen armen alten Mann zu bedrohen und unverſchämt zu nennen, und zweitens — — —“
„Herr Rodin,“ unterbrach der Graf, „erſtens ein armer alter Mann, wie Sie, der Unheil ſtiftet, indem er ſich hinter ſein Alter verſteckt, welches er ſchändet, iſt feig und boshaft zugleich und verdient doppelte Strafe. — Zweitens, was das Alter betrifft, ſo wüßte ich nicht, daß die Wolfsjäger und die Gensdarmen ſich ehrfurchtsvoll verbeugen vor dem grauen
„Werthes Fräulein,“ erwiderte Rodin, es liegt ein Irr⸗


