Teil eines Werkes 
7. Band (1845)
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Pelz der alten Wölfe und vor den grauen Haaren der Spitzbuben. Was meinen Sie, werther Herr?“

Rodin ſtets unempfindlich, erhob ſein ſchlaffes Augenlied, heftete kaum eine Secunde ſein kleines Schlangenauge auf den Grafen, warf ihm einen kalten, giftigen Blick zu und ließ dann wieder den gelben Augendeckel über ſein mattes Auge herabfallen. Mit großer Ruhe erwiderte er: „Herr Graf, da ich nicht in der unangenehmen Lage bin, ein alter Wolf und noch weniger ein alter Spitzbube zu ſein, ſo werden Sie mir erlauben, daß ich keine allzugroße Angſt vor den Ver⸗ folgungen der Wolfsjäger und der Gensdarmen habe. Auf die mir gemachten Vorwürfe habe ich eine ſehr einfache Weiſe, zu antworten, nicht mich zu rechtfertigen, denn ich rechtfertige mich niemals.“

„Wirklich?“ ſagte der Graf.

„Niemals,“ wiederholte Rodin; „das müſſen meine Hand⸗ lungen thun. Ich antworte alſo einfach; da ich den tiefen, heftigen, faſt erſchreckenden Eindruck ſah, welchen das Fräu⸗ lein auf den Prinzen machte — —“

Adriana unterbrach ihn, indem ſie mit ſebin Lä⸗ cheln ſagte: „dieſe Ver ſicherung Fon der Liebe des Prinzen, welche Sie mir geben, ſoll Ihnen Verzeihung ſhafftn für das Uebel, welches Sie mir haben zufügen wollen. Der An⸗ blick unſeres bevorſtehenden Glücks ſoll Ihre einzige Strafe ſein.“

„Vielleicht,“ erwiderte Rodin, „bedarf ich weder Verzeihung noch Strafe werthes Fräulein. Wie ich bereits die Ehre hatte, dem Herrn Grafen zu bemerken: Die Zukunft wird meine Handlungen rechtfertigen. Ja, ich mußte dem Prinzen ſagen, daß Sie jemand anders liebten, als ihn, und eben ſo mußte ich Ihnen ſagen, daß er jemand anders liebte, als Sie. Das mußte ich zu Ihrem beiderſeitigen Beßten. Mög⸗

lich⸗ daß meine Anhänglichkeit an Sie mich irre geleitet hat.

Ich bin nicht unfehlbar. Aber, werthes Fräulein, nach meinem ſhenn Verhalten gegen Sie dayf ich ielleich darüber er⸗ ſtaunen, ſo behandelt zu werden. Das iſt keine Klage. So wenig ich mich je rechtfertige, ſo wenig beklag ich mich je.“

„Hm! werther Herr,“ ſagte der Graf, „das iſt herviſch.