Teil eines Werkes 
7. Band (1845)
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Adriana ſtand auf und ſagte mit Ernſt⸗ „So wollte ich, daß Sie ihn kennen lernten, damit Sie begriffen, was ich für ihn fühle. Dieſen Heldenmuth, dieſe Güte hatte ich er⸗ rathen bei einem Geſpräch, welches ich wider meinen Willen belauſchte, ehe ich mich ihm zeigte. Von dieſem Tag wußte ich, daß er eben ſo edelmüthig, wie unerſchrocken, eben ſo zärtlich und feinfühlend wie kräftig und entſchloſſen iſt. Aber als ich ihn ſo wunderſchön fand und im Adel ſeiner Züge und ſelbſt in ſeiner Kleidung ſo verſchieden von Allem, was mir bisher vorgekommen war, als ich den Eindruck ſah, den ich auf ihn machte und den vielleicht noch ſtärkeren, welchen ich empfand, da fühlte ich, daß mein Leben an dieſer Liebe hing.“

„Und wie iſt nun Ihr Vorhaben?“ fragte der Graf.

„Wonnevoll, wie mein Herz. Ich will, daß Dſchalma, wenn er fein Glück erfährt, eben ſo ſehr davon geblendet werde wie ich. Ich wage noch nicht, meiner Sonne ins Antlitz zu ſchauen. Wie ich Ihnen geſagt habe, von heut bis mor⸗ gen hab' ich ein Jahrhundert zu leben. Sonderbar! ich hätte denken ſollen, nach einer ſolchen Offenbarung müßte ich das Bedürfniß empfinden, Fllein zu bleiben, verſenkt in dies Meer von Wonne. Aber nein. Von heut bis morgen fürcht' ich

die Einſamkeit. Ich empfinde eine fieberhafte: glühende Un⸗ gepi 8 Geſegnet ſollte die Fee ſein, welche mich mit ihrer Zcuberruthe berührte und mich bis morgen einſchläferte.“

„Ich will dicſe Fee ſein,“ ſagte der Graf lächend.

„Sie?“

„Und wie?“

„Sie ſollen die Macht meines Zauberſtabs ſehen. Ich will Sie von einem Theil Ihrer Gedanken abziehen, indem ich Ihnen die Wirklichkeit derſelben zeige.“

„Erklären Sie ſich doch.“

„Und obendrein wird mein Vorhaben Ihnen noch einen andern Vortheil bringen. Hören Sie mich an. — Sie ſind ſo glücklich, daß Sie Alles anhören können. — Ihre ſchänd⸗ liche Tante und deren ſchändliche Freunde verbreiten das Ge⸗ rücht, daß Ihr Aufenthalt im Haus des Doctor Valeinier — —“