Teil eines Werkes 
7. Band (1845)
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hatte ſeiner Mutter verſprochen, er ſolle mein Bruder ſein, und ich habe als Bruder an ihm gehandelt.“

4 „Das iſt bewunderungswürdig!“ rief der Graf.

„Leſen Sie nur weiter,“ ſagte Adriana, eine Thräne ab⸗ trocknend und die Augen unverrückt auf das ihr ſo theure Basrelief richtend. 3 1

Der Graf fuhr fort:

„ Eein anderes Mal hatte ſich der Prinz

Dſchalma mit zwei ſchwarzen Sklaven vor Sonnenaufgang

₰ℳ in eine Wildniß begeben, um zwei ganz junge Tiger aus dem Lager der Alten wegzunehmen, welches bezeichnet worden war. Der Tiger und ſein Weibchen waren auf Raub ausgegangen. Der eine der Schwarzen kroch durch ein enges Loch in die Höhle, der andere hieb mit Hülfe Dſchalma's einen Baumſtumpf um, welchen ſie zu einer Falle für die alten Tiger zurichten wollten. Ueber der OHeffnung der Höhle erhob ſich der Fels faſt ſenkrecht. Dſchalma kletterte mit dem Schwarzen hinauf und fing an, die Falle zu ſtellen. Plötzlich erſcholl ein Geheul. Das „ Tigerweibchen ſtürzte auf den Schwarzen neben Dſchalma, zerbrach ihm mit einem Biß den Schädel und ſprang dem Klotz nach, der aus den Händen des Sterbenden hinunter . vor den Eingang der Höhle rollte. An dieſem Eingang ſtand der andere Schwarze mit den beiden Jungen. Er ſuchte den Klotz, der ſeine einzige Schutzwehr war, in der Oeffnung feſtzuhalten. Das Tigerweibchen, wüthend ge⸗ macht durch das Schreien ſeiner Jungen, zerfleiſchte die 1 Hände des jammernden Schwarzen.“ „Entſetzlich!“ ſagte der Graf. „Leſen Sie nur weiter — weiter!“ rief Adriana. „Sie werden ſehen, was Heldenmuth mit Herzensgüte gepaart 8 vermag.“ Der Graf fuhr fort: „Der Prinz lag etwa zwanzig Fuß über dem Eingang * auf dem Felſen und ſah dies entſetzliche Schauſpiel mit an. Plötzlich nahm er ſeinen Dolch zwiſchen die Zähne, befeſtigte ſeinen Gürtel an einem Felſenzacken, faßte mit der einen Hand das Beil, mit der andern den Gürtel und