Teil eines Werkes 
7. Band (1845)
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„Zwei Tage nachdem er mich geſehen in eine tolle Liebe verfallen ſei.“

„Herr Rodin hat Ihnen das geſagt?“ fragte der Graf, dem plötzlich ein Gedanke gekommen zu ſein ſchien. „Und er hat dem Prinzen geſagt, Sie ſeien in jemand verliebt.“

„Ich?“

„Und eben das hat die entſetzliche Verzweiflung des armen Jungen veranlaßt.“

„Und dasſelbe hat auch meine Verzweiflung verurſacht.“ „Alſo lieben Sie ihn eben ſo ſehr, wie er Sie liebt ?“ rief der Graf entzückt.

„Ob ich ihn liebe!“

Ein leiſes Anklopfen unterbrach dies Geſpräch. „Jemand von Ihren Leuten,“ ſagte der Graf. „Faſſen Sie ſich.“

„Herein!“ rief Adriana.

Florine trat ein.

„Was gibt's?“ fragte das Fräulein.

„Herr Rodin iſt ſo eben angekommen. Er fürchtet, Sie zu ſtören und will in einer halben Stunde wiederkommen. Wollen Sie ihn dann empfangen?“

„Ja, ja, fagte der Graf zu dem Kammermädchen. „Auch wenn ich noch bei dem Fräulein ſein ſollte, führen Sie ihn ein. — Nicht wahr, Fräulein, das iſt auch Ihre Meinung?“

„Allerdings,“ antwortete Adriana.

Ein Strahl des Unwillens blitzte in ihren Augen bei dem Gedanken an dieſe Falſchheit Rodin's. .

„Der alte Schurke!“ fagte der Graf. „Ich habe dieſem Schiefhals nie getraut.“

Florine ging hinaus und ließ den Grafen mit ihrer Ge⸗ bieterin allein.