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Der Graf wurde ſchmerzlich berührt von ihrem ſichtlichen Beſtreben, durch erzwungenes Lachen einen tiefen Kummer zu betäuben. Er verhehlte aber ſeine Rührung. Wäh⸗ rend er einen Augenblick nachſann, ergriff er zufällig eins der neuen Bücher, welche Adriana kürzlich gekauft hatte, und nachdem er einen flüchtigen Blick hineingeworfen, ſagte er: „Liebes Närrchen, eine Rarrheit weiter. Angenommen, ich wäre zwanzig Jahr alt, und Sie erwieſen mir die Ehre mich zu heirathen, ſo würde man Sie doch wohl Frau von Mont⸗ bron nennen?“
„Vielleicht.“
„Wie? Vielleicht? Wir wären verheirathet, und Sie führ⸗ ten nicht meinen Namen?“
„Lieber Graf,“ erwiderte Adriana lächelnd, „laſſen Sie uns nicht ferner in einer Vorausſetzung reden, die mir nur — — Bedauern erregen kann.“
Während der Graf die letzten Worte mit dem Fräulein wechſelte, hatte er noch mehre von den Büchern in die Hand genommen und angeſehen. Das erſte war betitelt: Neuere Geſchichte von Indien, das zweite: Reiſe in Indien, das dritte: Briefe über Indien. Ueberraſcht hatte er weiter nachgeſehen und gefunden viertens: Spaziergänge in Indien, fünftens: Erinnerungen aus Induſtan, ſechstens: Bemerkungen eines Reiſenden in Oſtin⸗ dien. Betroffen ſah Herr von Montbron auf und blickte das Fräulein an.
Adriana, welche bis dahin ganz das Daſein dieſer ver⸗ rätheriſchen Bücher vergeſſen hatte, erröthete vor Verdruß. Schnell aber faßte ſie ſich, ſah den Grafen an und fragte: „Nun werther Herr, worüber wundern Sie ſich?“
Der Graf betrachtete ſie und ſagte für ſich: „Nein, nein — — unmöglich! — — uUnd doch — —“
„Es möchte vielleicht unpaſſend von mir ſein, Ihrem Selbſt⸗ geſpräch zuzuhören,“ bemerkte Adriana.
„Entſchuldigen Sie, liebes Kind. Aber was ich ſehe, über⸗ raſcht mich ſo ſehr —
„Was ſehen Sie denn, wenn ich fragen darf?“
„Die Spuren eines eben ſo lebhaften, eben ſo großen — — wie neuen Intereſſe — — für Alles was Bezug hat — —
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