Teil eines Werkes 
7. Band (1845)
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Schärfe des Verſtandes. Seine Manieren waren die der beß⸗ ten Geſellſchaft, und gegen Menſchen, welche er nicht leiden konnte, ein wenig verletzend. Groß und ſchmächtig, hatte er eine faſt noch jugendliche Haltung. Seine Stirn war hoch und kahl, ſeine weißen Haare kurz geſchnitten, ſein grauer Backenbart halbmondförmig gezogen. Er hatte ein langes Geſicht, eine Adlernaſe, blaue Augen mit durchdrin⸗ gendem Blick und noch ſehr ſchöne Zähne.

„Der Herr Graf von Montbron,“ ſagte Georgette, die Thür öffnend.

Der Graf trat ein und küßte dem Fräulein mit der Ver— traulichkeit eines Vaters die Hand.

Drittes Kapitel. Die Geſt ändniſſe.

Adriana ſuchte ihre heftige Gemüthsbewegung zu verber⸗ gen und empfing den Grafen mit erzwungener Heiterkeit. Der Graf ſeinerſeits war ungeachtet ſeiner Gewandtheit ver⸗ legen, wie er das Geſpräch anknüpfen ſollte, um auf den ihm am Herzen liegenden Gegenſtand zu kommen. Er be⸗ ſchloß, vorerſt das Terrain zu ſondiren. Nachdem er einige Augenblicke das Fräulein betrachtet, ſchüttelte er den Kopf und ſagte ſeufzend: „Liebes Kind, ich bin unzufrieden.“

„Ein Herzeleid? oder ein Knöchelleid?“ fragte Adriana lächelnd. .

„Ein Herzeleid!“ antwortete der Graf.

„Was? Ein ſo feiner Spieler wie Sie, ſollte ſich mehr um einen weiblichen Einfall als um den Fall der Würfel bekümmern?“

„Ich habe ein Herzeleid, und Sie, liebes Kind, ſind Schuld daran.“

vI.